Türkei entlässt Nationaltrainer Vincenzo Montella

Die Türkei hat Nationaltrainer Vincenzo Montella entlassen. Der türkische Fussballverband TFF bestätigte am Freitag, 9. Oktober 2026, das Ende der Zusammenarbeit mit dem 52-jährigen Italiener. Ausschlaggebend waren vier Niederlagen in den ersten vier Spielen der Nations League und das enttäuschende Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026. Nach drei Jahren endet damit Montellas Amtszeit.

Die Entscheidung fiel bei einer Sitzung des TFF-Vorstands. Die Türkei steht in der Nations League mit null Punkten und einem Torverhältnis von 2:11 am Tabellenende der Gruppe A1. Zuletzt verlor die Mannschaft in Bologna mit 1:3 gegen Italien. Bereits zuvor hatten die Türken gegen Frankreich, Belgien und im ersten Duell mit Italien Niederlagen kassiert.

Der Trainerwechsel betrifft eine Mannschaft mit international bekannten Spielern wie Arda Güler, Kenan Yıldız und Hakan Çalhanoğlu. Während sich die Schweizer Nationalmannschaft in ihrer Nations-League-Gruppe eine ausgezeichnete Ausgangslage erarbeitet hat, steckt die Türkei in einer sportlichen Krise. Als möglicher Nachfolger Montellas wird der frühere türkische Nationalspieler Arda Turan gehandelt.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Entscheidung: Die TFF trennt sich am 9. Oktober 2026 von Vincenzo Montella.
Amtszeit: September 2023 bis Oktober 2026.
Nations League: Vier Spiele, vier Niederlagen, 2:11 Tore und null Punkte.
Bilanz: 21 Siege, fünf Unentschieden und 14 Niederlagen in 40 Länderspielen.
Nachfolge: Arda Turan gehört zu den gehandelten Kandidaten.
Was das bedeutet
Die Türkei muss ihre sportliche Führung noch vor den letzten beiden Nations-League-Spielen neu aufstellen. Am 12. November wartet Belgien, am 15. November folgt Frankreich. Mit null Punkten und neun Toren Rückstand in der Tordifferenz steht die Mannschaft vor einer schwierigen Aufgabe im Kampf um den Verbleib in Liga A.

Vier Niederlagen besiegeln Montellas Abschied

Die Entscheidung des türkischen Fussballverbandes kommt nach einer Serie enttäuschender Ergebnisse. Montella hatte die Mannschaft im September 2023 übernommen und zunächst für einen deutlichen Aufschwung gesorgt.

In den vergangenen Monaten verschlechterte sich die sportliche Situation jedoch erheblich. Nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 sollte die Nations League einen Neustart bringen.

Stattdessen folgten vier Niederlagen. Die Türkei verlor zum Auftakt zuhause mit 0:1 gegen Frankreich. Anschliessend setzte es gegen Italien eine deutliche 1:4-Heimniederlage.

Bereits während dieser Begegnung in Bursa forderten Teile der Zuschauer Montellas Rücktritt. Beim anschliessenden 0:3 in Belgien konnte die Mannschaft keine Reaktion zeigen.

Das abschliessende 1:3 gegen Italien in Bologna verschärfte die Situation nochmals. Vier Spiele ohne Punktgewinn und elf Gegentore waren für die Verbandsführung schliesslich ausschlaggebend.

Vom EM-Erfolg zum sportlichen Absturz

Montellas Amtszeit begann vielversprechend. Bei der Europameisterschaft 2024 erreichte die Türkei das Viertelfinale und begeisterte mit einer jungen, technisch starken Mannschaft.

Auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 gelang. Damit kehrte die Türkei nach 24 Jahren auf die grösste internationale Fussballbühne zurück.

Bei der Endrunde in Nordamerika folgte allerdings die Enttäuschung. Die Mannschaft schied bereits nach der Gruppenphase aus. Niederlagen gegen Australien und Paraguay machten die Hoffnungen auf ein Weiterkommen zunichte.

Der abschliessende 3:2-Erfolg gegen Gastgeber USA konnte das Ausscheiden nicht mehr verhindern.

Montella hatte seinen Vertrag erst im Juni 2025 bis zum Ende der Europameisterschaft 2028 verlängert. Nun endet die Zusammenarbeit deutlich früher.

Italien-Niederlagen erhöhten den Druck

Besonders schwer wogen die beiden Niederlagen gegen Italien. Beim 1:4 in Bursa geriet die Türkei bereits in der ersten Halbzeit entscheidend ins Hintertreffen.

Die massive Kritik nach dem 1:4 gegen Italien zeigte bereits Ende September, wie angespannt die Lage geworden war.

Montella versuchte danach, die Mannschaft zu stabilisieren. Doch auch gegen Belgien und beim Rückspiel in Bologna blieben die erhofften Fortschritte aus.

Italien nutzte dagegen die beiden Begegnungen, um sich unter Roberto Mancini im Kampf um die vorderen Gruppenplätze zurückzumelden. Die Azzurri stehen nach vier Spielen mit sieben Punkten auf Rang zwei.

Arda Turan als möglicher Nachfolger

Nach der Entlassung richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Nachfolge. Als aussichtsreicher Kandidat gilt Arda Turan.

Der frühere türkische Nationalspieler sammelte während seiner aktiven Karriere internationale Erfahrung bei Atlético Madrid und dem FC Barcelona.

Als Trainer steht der 39-Jährige derzeit beim ukrainischen Spitzenklub Schachtar Donezk unter Vertrag. Sein Engagement dort läuft bis Sommer 2027.

In türkischen und italienischen Medien wird Turan als möglicher neuer Nationaltrainer genannt. Diskutiert wird auch eine Lösung, bei der er vorübergehend beide Aufgaben übernehmen könnte.

Die TFF hat bisher keinen neuen Nationaltrainer ernannt.

Türkei steht vor entscheidenden November-Spielen

Die sportliche Ausgangslage bleibt schwierig. Frankreich führt die Gruppe A1 mit zehn Punkten vor Italien mit sieben und Belgien mit sechs Zählern an.

Die Türkei ist nach vier Niederlagen abgeschlagen Letzte. Mit den Partien gegen Belgien und Frankreich stehen noch zwei Begegnungen aus.

Für die Mannschaft geht es darum, die Niederlagenserie zu beenden und den drohenden Abstieg aus der höchsten Nations-League-Spielklasse abzuwenden.

Der neue Trainer wird deshalb kaum Zeit für einen grundlegenden Neuaufbau haben. Zunächst muss es gelingen, defensive Stabilität und neues Vertrauen innerhalb der Mannschaft herzustellen.

AKTUELLER STAND
Nations League 2026/27 – Liga A, Gruppe A1
Stand: 9. Oktober 2026, nach vier Spieltagen
Rang / Team Sp. Diff. Pkt.
1. Frankreich 4 +5 10
2. Italien 4 +3 7
3. Belgien 4 +1 6
4. Türkei 4 -9 0

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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