Atalanta in der Krise – Giuntoli greift durch, Croci-Torti im Visier

Bei Atalanta Bergamo spitzt sich die Krise dramatisch zu. Nach dem 0:3 gegen Parma hat Sportdirektor Cristiano Giuntoli die Mannschaft ins Trainingslager beordert. Trainer Maurizio Sarri erhält vorerst Rückendeckung, doch hinter den Kulissen beschäftigt sich Giuntoli bereits mit Alternativen. Nach Informationen von soccer.ch gehört auch Luganos Trainer Mattia Croci-Torti zu den Kandidaten, die in Bergamo beobachtet werden.

Die Heimniederlage vom Montag, 2. November 2026, brachte das Fass zum Überlaufen. Atalanta liegt nach zehn Serie-A-Runden mit elf Punkten nur auf Platz 13. Besonders alarmierend sind die zwölf Gegentore in den letzten vier Meisterschaftsspielen. Gegen Parma brach die Mannschaft nach dem ersten Gegentor regelrecht auseinander und kassierte innerhalb von 17 Minuten drei Treffer.

Giuntoli entschuldigte sich anschliessend bei den Fans und kündigte ein Trainingslager vom 3. bis 8. November an. Für den Schweizer Fussball ist die Entwicklung besonders interessant: Croci-Torti hat sich mit seinen Leistungen beim FC Lugano international einen Namen gemacht. Ein Wechsel während der laufenden Saison wäre allerdings kompliziert, zumal der Tessiner beim FC Lugano weiterhin fest eingeplant ist.

SOCCER.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Konsequenz: Giuntoli ordnet ein Trainingslager bis Sonntag an.
Absturz: Atalanta steht mit elf Punkten auf Rang 13.
Defensive: Zwölf Gegentore in vier Ligaspielen.
Trainer: Sarri erhält vorerst die Rückendeckung der Vereinsführung.
Schweizer Kandidat: Giuntoli beschäftigt sich mit Mattia Croci-Torti.
Was das bedeutet
Die kommenden Partien gegen Kairat Almaty und Monza werden zum wichtigen Formtest. Für Croci-Torti könnte Atalanta perspektivisch eine attraktive Möglichkeit in der Serie A werden. Entscheidend ist, ob Sarri die Defensive stabilisieren und die Mannschaft wieder auf Kurs bringen kann.

Giuntoli greift nach dem Debakel durch

Die deutliche Niederlage gegen Parma löste in Bergamo heftige Reaktionen aus. Die Zuschauer quittierten den Auftritt mit Pfiffen, während Sportdirektor Giuntoli unmittelbar danach vor die Medien trat.

Der 54-Jährige bezeichnete die zweite Halbzeit als inakzeptabel und entschuldigte sich bei den Anhängern. Die Entscheidung für das Trainingslager sei gemeinsam mit Sarri getroffen worden.

Von Dienstag bis Sonntag bleibt die Mannschaft zusammen. Giuntoli machte deutlich, dass jetzt konzentrierte Arbeit statt öffentlicher Diskussionen gefragt sei.

Auf die Zukunft Sarris angesprochen, bestätigte er ausdrücklich, dass der Klub mit dem 67-Jährigen weitermacht.

Croci-Torti steht bei Giuntoli im Fokus

Unabhängig von dieser Rückendeckung beschäftigt sich Atalantas Sportdirektor mit möglichen Traineralternativen.

Wie soccer.ch bereits am 27. Oktober aus eigener Recherche zum Interesse europäischer Klubs an Croci-Torti berichtete, gehört der Lugano-Trainer zu den Namen, mit denen sich Giuntoli auseinandersetzt.

Der 44-jährige Tessiner hat sich durch seine taktische Arbeit und die internationale Entwicklung des FC Lugano einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Croci-Torti lässt seine Mannschaft variabel agieren und setzt auf eine Kombination aus Ballbesitz, aggressivem Umschaltspiel und kompakter Defensive.

Genau diese Stabilität fehlt Atalanta derzeit. Ein kurzfristiger Abschied aus Lugano gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Atalantas Defensive verliert ihre Stabilität

Die jüngsten Ergebnisse zeigen die Probleme deutlich. Nach dem 2:3 gegen Milan folgten ein 4:4 gegen Frosinone und ein 2:2 gegen Fiorentina.

Das 0:3 gegen Parma war der nächste Rückschlag. Insgesamt kassierte Atalanta in diesen vier Meisterschaftsspielen zwölf Gegentore.

Nach zehn Runden stehen bereits 20 Gegentreffer zu Buche. Mit 16 erzielten Toren beträgt die Tordifferenz minus vier.

Vor allem nach Ballverlusten offenbart die Mannschaft grosse Lücken. Die Abstimmung zwischen Mittelfeld und Abwehr funktioniert häufig nicht, während auch die Reaktion auf Rückstände zunehmend Schwierigkeiten bereitet.

Schweizer Sierro leitet Parmas Sieg ein

Gegen Parma gehörte der Schweizer Nationalspieler Vincent Sierro zu den entscheidenden Akteuren.

In der 41. Minute bereitete er mit einem Eckball die Führung durch Giovanni Fabbian vor. Kurz nach Wiederbeginn lenkte Davide Zappacosta eine Hereingabe ins eigene Tor.

Simone Lontani erhöhte in der 58. Minute auf 3:0 und entschied die Begegnung endgültig.

Sarri beklagte anschliessend die mentale Anfälligkeit seiner Mannschaft. Nach dem ersten Rückschlag habe Atalanta die Kontrolle und emotionale Stabilität verloren.

Zwei Spiele als wichtige Bewährungsprobe

Am Donnerstag, 5. November, empfängt Atalanta Kairat Almaty in der Conference League. Drei Tage später folgt das Auswärtsspiel gegen Monza.

Giuntoli erwartet eine deutliche Leistungssteigerung. Die Mannschaft soll während des Trainingslagers gemeinsam an ihren Problemen arbeiten.

Für Sarri geht es darum, das Vertrauen der Vereinsführung sportlich zu bestätigen. Gleichzeitig bleibt Croci-Torti für die längerfristige Trainerplanung eine interessante Personalie.

AKTUELLER STAND
Serie A 2026/27 – Gesamttabelle
3. November 2026 | Nach 10 Spieltagen
Rang / Team Sp. Diff. Pkt.
1. Lazio 10 +16 28
2. Inter 10 +13 25
3. Roma 10 +18 24
4. Como 10 +10 23
5. Milan 10 +9 21
6. Frosinone 10 +10 20
7. Juventus 10 +3 17
8. Napoli 10 +4 14
9. Bologna 10 +1 14
10. Torino 10 -2 13
11. Genoa 10 -4 13
12. Cagliari 10 -6 13
13. Atalanta 10 -4 11
14. Lecce 10 -10 9
15. Parma 10 -7 8
16. Fiorentina 10 -8 8
17. Sassuolo 10 -10 8
18. Monza 10 -7 7
19. Udinese 10 -12 5
20. Venezia 10 -14 3

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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