Brennan gewinnt schon seine fünfte Vuelta-Etappe

Matthew Brennan ist bei seiner ersten Vuelta a España nicht zu stoppen. Der erst 21-jährige Brite gewinnt die 17. Etappe über 185 Kilometer von Dos Hermanas nach Sevilla im Massensprint vor Jordi Meeus und Magnus Cort. Für Brennan ist es bereits der fünfte Etappensieg dieser Rundfahrt.

Wie die Vuelta-Organisation bestätigt, ist Brennan der erste Fahrer seit Eddy Planckaert 1982, der bei seinem Debüt an der Spanien-Rundfahrt fünf Etappen gewinnt. Visma-Lease a Bike feiert damit bereits den siebten Tagessieg bei der diesjährigen Vuelta.

An der Spitze der Gesamtwertung ändert sich auf der flachen Etappe nichts. Enric Mas verteidigt das Rote Trikot mit 2:06 Minuten Vorsprung auf Felix Gall und 2:10 Minuten auf Primoz Roglic.

Brennan schlägt Meeus und Cort

Die 17. Etappe war mit ihren 185 Kilometern und ohne kategorisierten Anstieg eine der klarsten Sprintchancen der gesamten Rundfahrt.

Im Finale musste Brennan diesmal allerdings ohne den perfekten Sprintzug auskommen, der ihm am Vortag den Weg zum vierten Etappensieg geebnet hatte. Wout van Aert brachte seinen jungen Teamkollegen dennoch in eine gute Position und setzte ihn auf das Hinterrad von Magnus Cort.

Uno-X übernahm auf den letzten Kilometern mit mehreren Fahrern die Spitze des Feldes. Brennan wartete lange, eröffnete dann seinen Sprint und setzte sich erneut deutlich durch.

Jordi Meeus kam noch stark auf und belegte Rang zwei. Cort musste sich mit Platz drei begnügen. Alessandro Romele und Steffen De Schuyteneer komplettierten die ersten fünf.

Brennan benötigte für die Etappe 4:07:15 Stunden.

Ausreisser erst drei Kilometer vor dem Ziel gestellt

Ganz selbstverständlich kam der Massensprint trotz des flachen Profils nicht zustande. Enzo Paleni und Sinhué Fernández hielten sich lange vor dem Feld.

Zwischenzeitlich wuchs ihr Vorsprung auf mehr als fünf Minuten an, nachdem sich die Mannschaften im Hauptfeld bei der Nachführarbeit zunächst nicht einig waren.

Auch Seitenwind sorgte rund 60 Kilometer vor dem Ziel kurzzeitig für Unruhe und eine Teilung des Pelotons. Die Gruppen liefen jedoch wieder zusammen.

Paleni löste sich rund 15 Kilometer vor Sevilla von Fernández und versuchte es alleine. Erst drei Kilometer vor dem Ziel wurde der Franzose vom heranstürmenden Feld gestellt.

Kurz darauf neutralisierte Van Aert noch einen gefährlichen Angriff dreier Fahrer. Danach brachte der Belgier Brennan in die entscheidende Position für den Sprint.

Fünf Siege bei der ersten Vuelta

Brennans Bilanz bei seiner ersten Grand Tour nimmt aussergewöhnliche Dimensionen an. Der Brite hatte bereits die 2., 5. und 11. Etappe gewonnen.

Am Dienstag folgte auf der 16. Etappe der vierte Erfolg. Beim Sieg in La Rábida hatte Van Aert seinem Teamkollegen noch einen nahezu perfekten Sprint vorbereitet.

Keine 24 Stunden später legt Brennan in Sevilla nach.

Laut offizieller Vuelta-Statistik gelang es zuletzt 1982 Eddy Planckaert, bei seiner ersten Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt fünf Etappen zu gewinnen. Einen Fahrer mit fünf Etappensiegen bei seiner allerersten Grand Tour hatte es seit Fons De Wolf 1979 nicht mehr gegeben.

Visma-Lease a Bike steht nach 17 Etappen sogar bei sieben Tagessiegen. Neben Brennans fünf Erfolgen steuerte Van Aert zwei Siege bei.

Küng wird bester Schweizer auf Rang 24

Die drei verbliebenen Schweizer Fahrer erreichen Sevilla im Hauptfeld beziehungsweise in dessen unmittelbarem Umfeld.

Stefan Küng klassiert sich auf Rang 24, Fabian Weiss folgt auf Platz 27. Roland Thalmann beendet die Etappe als 74.

In der Gesamtwertung liegt Küng auf Position 59 mit 1:56:57 Stunden Rückstand auf Mas. Weiss ist 69. mit 2:10:02 Stunden Rückstand, Thalmann belegt mit 2:33:04 Stunden Rückstand Rang 89.

Für Küng rückt nun allerdings jene Etappe in den Mittelpunkt, die ihm deutlich besser liegt als ein Massensprint.

Zeitfahren bietet Küng die nächste Chance

Am Donnerstag steht die 18. Etappe auf dem Programm. Das 32,1 Kilometer lange Einzelzeitfahren führt von El Puerto de Santa María nach Jerez de la Frontera.

Für Küng ist es eine der letzten grossen Chancen dieser Vuelta auf ein Spitzenresultat. Gleichzeitig könnte die Etappe den Kampf um den Gesamtsieg neu ordnen.

Mas geht mit 2:06 Minuten Vorsprung auf Gall und 2:10 Minuten auf Roglic ins Zeitfahren. Besonders der vierfache Vuelta-Sieger Roglic könnte auf der flachen Strecke versuchen, einen grossen Teil seines Rückstands wettzumachen.

Nach dem Zeitfahren folgen am Freitag und Samstag noch zwei entscheidende Etappen mit Bergankünften, ehe die Vuelta am Sonntag in Granada endet.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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