Djokovic über Federer: Respekt, aber keine Freundschaft
von belmedia Redaktion Allgemein ATP Tour Basel-Stadt Grand Slams Herren Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Resultate Schweiz Schweiz Schweizer Tennis Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Tennis tennis.ch Themen Turniere Ⳇ Verbreitung
Novak Djokovic spricht an den Swiss Indoors Basel ungewöhnlich offen über sein Verhältnis zu Roger Federer. Der 39-jährige Serbe erklärt, dass zwischen den beiden Tennislegenden trotz jahrelanger Rivalität nie eine persönliche Beziehung abseits des Platzes entstanden sei. Ganz anders beschreibt Djokovic seine Verbindung zu Stan Wawrinka. Gegenüber Blick äussert er sich zudem ausführlich über seine Familie, seine Zukunft im Tennis und die politische Entwicklung in Serbien.
An der Medienkonferenz vom Dienstag, 27. Oktober 2026, blickt Djokovic auf die wichtigsten Schweizer Weggefährten seiner Karriere zurück. Federer habe stets seinen grossen Respekt genossen, erklärt der 24-fache Grand-Slam-Sieger. Die Beziehung sei allerdings rein professionell gewesen. Wawrinka bezeichnet er dagegen als einen Menschen, zu dem er immer eine besonders gute Verbindung gehabt habe.
Die Aussagen fallen während Djokovics erster Teilnahme an den Swiss Indoors seit 2011. Im Jahr 2009 hatte er Federer im Basler Final besiegt, 2010 verlor er das Endspiel gegen den Lokalmatador. Nun kehrt der Serbe mit 102 ATP-Titeln zurück und könnte ausgerechnet in Federers Heimatstadt mit dessen Marke von 103 Turniersiegen gleichziehen.
Federer und Djokovic: Eine Rivalität ohne Freundschaft
Über viele Jahre lieferten sich Roger Federer und Novak Djokovic einige der bedeutendsten Duelle der Tennisgeschichte.
Auf die Frage nach ihrem persönlichen Verhältnis zieht Djokovic in Basel eine klare Grenze. Gegenüber Blick erklärt er, dass ihre Beziehung immer professionell gewesen sei.
"Wir waren immer Rivalen."
Abseits des Tennisplatzes habe sich zwischen ihnen keine persönliche Beziehung entwickelt.
Daraus lässt sich jedoch keine fehlende Wertschätzung ableiten. Djokovic betont ausdrücklich, wie viel Federer für den Tennissport geleistet habe.
Der Schweizer habe jüngeren Spielern den Weg geebnet und sei für seine sportlichen Verdienste ein grosses Vorbild.
Auch Federers Aufnahme in die International Tennis Hall of Fame betrachtet Djokovic als hochverdiente Auszeichnung.
Über Wawrinka spricht Djokovic wesentlich persönlicher
Ganz andere Worte findet der Serbe für Stan Wawrinka.
Djokovic erinnert sich an ihre intensiven Begegnungen und würdigt besonders Wawrinkas Einsatz in den letzten Karrierejahren.
Der Schweizer habe nach seinen drei Grand-Slam-Titeln weiterhin Challenger-Turniere bestritten, um nach schwierigen Phasen wieder Weltranglistenpunkte zu gewinnen.
Für Djokovic ist diese Bereitschaft ein bemerkenswerter Ausdruck von Bescheidenheit, Leidenschaft und Charakter.
Besonders beeindruckend sei, dass Wawrinka selbst mit 41 Jahren noch auf hohem Niveau gespielt habe.
Djokovic hatte am Sonntag mit Wawrinka trainiert und wollte auch dessen Basler Abschiedszeremonie miterleben.
Der emotionale Abschied von Stan Wawrinka bildete einen der Höhepunkte der diesjährigen Swiss Indoors. Der Waadtländer verlor am Dienstag gegen Jiří Lehečka mit 5:7, 6:7 und beendete damit seine Profikarriere.
Warum Djokovic kurzfristig nach Basel kam
Ursprünglich hatte der Serbe keine Teilnahme an den Swiss Indoors geplant.
Erst nach der Absage des Six Kings Slam in Riad änderte sich seine Turnierplanung.
Djokovic entschied sich daraufhin für Basel und erhielt von den Organisatoren eine Wildcard.
Er hebt die Bedeutung der Schweiz für den internationalen Tennissport hervor. Federer, Wawrinka und Martina Hingis hätten massgeblich dazu beigetragen, das Land weltweit auf der Tenniskarte zu etablieren.
Auch an seine erfolgreichen Auftritte in Genf erinnert er sich gerne.
Familie gewinnt gegenüber dem Tennis an Bedeutung
Bei der Medienkonferenz spricht Djokovic auch über seine persönlichen Prioritäten.
Er möchte weiterhin grosse Turniere gewinnen und verfolgt nach wie vor das Ziel eines weiteren Grand-Slam-Titels.
Gleichzeitig sei ihm eine bessere Balance zwischen seiner Karriere und dem Familienleben wichtig.
Djokovic erklärt, dass er in früheren Jahren viele wichtige Familienereignisse verpasst habe. Das wolle er künftig möglichst vermeiden.
Seine Frau und seine beiden Kinder spielen deshalb eine zunehmend wichtige Rolle bei seiner Saisonplanung.
Auch die körperliche Verfassung beeinflusst, welche Turniere er bestreitet.
Deutliche Worte zur politischen Entwicklung in Serbien
Über den Tennissport hinaus äussert sich Djokovic auch zu den jüngsten politischen Ereignissen in seiner Heimat.
Nach dem Wahlsieg der von Studenten getragenen Oppositionsbewegung und der Niederlage von Aleksandar Vučić zeigt er sich erfreut.
Djokovic würdigt insbesondere die Widerstandsfähigkeit der jungen Menschen, die sich über längere Zeit für einen politischen Wandel eingesetzt hätten.
Er verbindet das Ergebnis mit der Hoffnung auf eine positive Entwicklung seines Landes.
Der Tennisstar hatte die serbische Studentenbewegung bereits zuvor öffentlich unterstützt.
In Basel lockt Federers Titelmarke
Sportlich verfolgt Djokovic ein besonderes Ziel.
Mit 102 ATP-Einzeltiteln liegt er nur noch einen Turniersieg hinter Federer, der seine Karriere mit 103 Titeln beendet hatte.
Bereits 2009 gewann Djokovic die Swiss Indoors, damals durch einen Finalsieg gegen Federer. Ein Jahr später revanchierte sich der Schweizer.
Bei seinem vierten Basler Auftritt ist Djokovic als Nummer vier gesetzt.
Sein Auftaktgegner am Mittwoch, 28. Oktober, ist der französische Linkshänder Ugo Humbert.
Neben einem möglichen 103. Titel geht es für den Serben um wichtige Punkte im Rennen um die ATP Finals in Turin.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert