Eishockey-WM 2026 bringt der Schweiz 146 Millionen Franken Wertschöpfung

Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in Zürich und Freiburg war auch wirtschaftlich ein aussergewöhnlicher Erfolg. Zwei neue Studien beziffern die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung auf 146 Millionen Franken und den ausgelösten Umsatz auf 353 Millionen Franken. Allein die Zuschauer gaben rund um den Grossanlass 186,7 Millionen Franken aus. Damit gehört die Heim-WM zu den wirtschaftlich bedeutendsten Sportveranstaltungen der Schweizer Geschichte.

Die vom 15. bis 31. Mai 2026 ausgetragene Weltmeisterschaft lockte rund 467’000 Spielbesuche in die Swiss Life Arena in Zürich und die BCF Arena in Freiburg. Insgesamt standen 64 Partien auf dem Programm. Die Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) untersuchte im Auftrag von Ticketcorner die Ausgaben des Publikums, während das Beratungsunternehmen EBP für das Organisationskomitee die volkswirtschaftlichen Auswirkungen berechnete.

Besonders stark profitierten die beiden Austragungskantone: Zürich verzeichnete eine Bruttowertschöpfung von 66,2 Millionen Franken, Freiburg von 26,6 Millionen Franken. Auch Hotellerie, Gastronomie, Verkehr, Handel und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen gehörten zu den Gewinnern. Die im November veröffentlichten Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung internationaler Sportgrossanlässe für die Schweizer Wirtschaft.

SWISSHOCKEY.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Wertschöpfung: 146 Millionen Franken für die Schweizer Wirtschaft.
Gesamtumsatz: 353 Millionen Franken durch direkte und indirekte wirtschaftliche Aktivitäten.
Zuschauerausgaben: 186,7 Millionen Franken rund um die WM.
Steuereinnahmen: 12,3 Millionen Franken.
Besucher: Rund 467’000 Spielbesuche bei 64 Partien.
Was das bedeutet
Die Heim-WM übertraf bei der geschätzten Wertschöpfung sowohl die Ski-WM 2017 in St. Moritz als auch die Eishockey-WM 2009. Für künftige Schweizer Bewerbungen um internationale Sportgrossanlässe liefern die Ergebnisse wichtige wirtschaftliche Argumente.

Übernachtungen bringen mehr als 52 Millionen Franken

Die HWZ-Studie zeigt, wie breit sich die Ausgaben der Eishockey-Fans auf verschiedene Wirtschaftsbereiche verteilten.

Mit 52,7 Millionen Franken bildeten Hotelübernachtungen und andere Unterkünfte den grössten Ausgabenposten. Für Verpflegung wurden weitere 36,2 Millionen Franken aufgewendet.

Auf die Anreise und den Transport entfielen 31,5 Millionen Franken, während Fanartikel zusätzliche 20,5 Millionen Franken Umsatz auslösten.

Vor allem internationale Besucher sorgten für zusätzliche Nachfrage. Sie gaben durchschnittlich 730 Franken pro Eintritt aus. Bei Schweizer Gästen lag dieser Wert bei 403 Franken.

Die Zahlen zeigen, wie stark eine Weltmeisterschaft über die eigentlichen Stadien hinauswirkt. Restaurants, Hotels, Verkehrsbetriebe und Detailhändler profitierten während der 17 Turniertage von den zahlreichen Gästen.

Zürich und Freiburg als wichtigste Gewinner

Die wirtschaftlichen Auswirkungen konzentrierten sich besonders auf die beiden Austragungsregionen.

Für den Kanton Zürich errechnete EBP eine Bruttowertschöpfung von 66,2 Millionen Franken. Im Kanton Freiburg waren es 26,6 Millionen Franken.

Zusammen entspricht dies rund 64 Prozent der gesamtschweizerischen Wertschöpfung.

Doch auch Unternehmen ausserhalb der beiden Kantone profitierten. Zulieferer, Logistikunternehmen, technische Dienstleister und weitere Betriebe waren an der Durchführung beteiligt.

Die Studie beziffert das durch die Weltmeisterschaft ausgelöste Arbeitsvolumen auf rund 1100 Vollzeitäquivalente. Dabei handelt es sich um eine rechnerische Grösse für die geleistete Arbeit, nicht um 1100 dauerhaft geschaffene Arbeitsplätze.

Was bedeuten 146 Millionen Franken Wertschöpfung?

Die beiden Studien untersuchen unterschiedliche Aspekte der wirtschaftlichen Auswirkungen.

Die Bruttowertschöpfung von 146 Millionen Franken beschreibt den zusätzlichen wirtschaftlichen Wert, der durch die mit der WM verbundenen Aktivitäten entstand.

Der Gesamtumsatz von 353 Millionen Franken erfasst dagegen die ausgelösten geschäftlichen Umsätze. Darin sind auch Vorleistungen enthalten, weshalb Umsatz und Wertschöpfung nicht gleichgesetzt werden dürfen.

Die 186,7 Millionen Franken Zuschauerausgaben sind bereits Teil der untersuchten wirtschaftlichen Aktivitäten. Sie dürfen deshalb nicht zusätzlich zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung gerechnet werden.

Die Berechnungen ergeben ausserdem geschätzte Steuereinnahmen von 12,3 Millionen Franken.

Heim-WM übertrifft St. Moritz 2017

Im Vergleich mit früheren Sportgrossanlässen erreicht die Eishockey-WM 2026 einen bemerkenswerten Wert.

Die Ski-Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz hatte eine geschätzte Wertschöpfung von 142 Millionen Franken erzielt.

Die letzte Schweizer Eishockey-WM 2009 in Bern und Kloten kam auf rund 76 Millionen Franken.

Unter den von EBP verglichenen Grossveranstaltungen liegt lediglich die Fussball-Europameisterschaft 2008 deutlich höher.

Diese Vergleiche beziehen sich auf die ausgewiesenen nominalen Werte der jeweiligen Untersuchungen. Preisentwicklung und unterschiedliche Rahmenbedingungen beeinflussen die direkte Vergleichbarkeit.

Über 90 Prozent der Zuschauer zufrieden

Neben den wirtschaftlichen Ergebnissen fällt auch die Publikumsbewertung positiv aus.

Mehr als 90 Prozent der befragten Besucher zeigten sich mit dem Anlass zufrieden. Rund 95 Prozent erklärten, dass sie eine vergleichbare Veranstaltung erneut besuchen würden.

Für die HWZ-Studie wurden 2218 Ticketkäuferinnen und Ticketkäufer befragt. Die EBP-Untersuchung stützte sich unter anderem auf 1284 Befragungen vor Ort.

Sportlich erreichte die Schweiz den WM-Final, verlor dort jedoch gegen Finnland mit 0:1 nach Verlängerung. Bereits im Dezember kommt es bei den SWISS Ice Hockey Games in Zürich zum nächsten Duell mit dem Weltmeister.

Für die Organisatoren Marc-Anthony Anner und Christian Hofstetter übertrafen die Ergebnisse die Erwartungen. Sie sehen darin ein starkes Argument für weitere Schweizer Bewerbungen um internationale Sportgrossanlässe.

AKTUELLER STAND
Eishockey-WM 2026 – Wirtschaftliche Bilanz
Stand: 3. November 2026 | Angaben in Millionen CHF, sofern nicht anders bezeichnet
Kennzahl Wert
Bruttowertschöpfung Schweiz 146,0 Mio.
Ausgelöster Gesamtumsatz 353,0 Mio.
Ausgaben der Zuschauer 186,7 Mio.
Steuereinnahmen 12,3 Mio.
Wertschöpfung Kanton Zürich 66,2 Mio.
Wertschöpfung Kanton Freiburg 26,6 Mio.
Übernachtungen 52,7 Mio.
Verpflegung 36,2 Mio.
Transport und Anreise 31,5 Mio.
Fanartikel 20,5 Mio.
Spielbesuche 467’000
Bezahlte Eintritte 403’834
WM-Spiele 64
Ausgaben pro Eintritt – Ausland 730 CHF
Ausgaben pro Eintritt – Schweiz 403 CHF
Arbeitsvolumen 1’100 VZÄ
VZÄ = Vollzeitäquivalente.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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