Girrbach greift in Madrid nach dem ersten Tour-Sieg
von belmedia Redaktion Allgemein Golf golfsport.ch Magazine nachrichtenticker.ch News Sport sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Turniere Ⳇ Verbreitung
Joel Girrbach spielt bei der Open de España in Madrid um seinen ersten Titel auf der DP World Tour. Der Schweizer verbessert sich mit einer starken 66er-Runde auf den geteilten zweiten Platz und liegt nach zwei Turniertagen nur einen Schlag hinter Spitzenreiter Grant Forrest.
Mit Runden von 68 und 66 Schlägen kommt Girrbach auf insgesamt 134 Schläge und acht unter Par. Gemeinsam mit dem Schotten Connor Syme ist er der nächste Verfolger von Forrest, der mit neun unter Par führt. Damit geht der Schweizer mit einer ausgezeichneten Ausgangslage in die entscheidenden Wochenendrunden.
Madrid ist für Girrbach ein besonderer Ort: Bereits 2025 wurde er bei diesem Turnier Dritter. Nun eröffnet sich auf demselben Platz erneut die Chance, bis zum Schluss um den Sieg mitzuspielen.
Fünf Birdies hintereinander bringen Girrbach nach vorne
Der entscheidende Abschnitt seiner zweiten Runde gelingt Girrbach auf den ersten neun Löchern. Von Loch vier bis Loch acht spielt er fünf Birdies in Folge.
Ein Birdie bedeutet, dass ein Spieler für ein Loch einen Schlag weniger benötigt als die vorgegebene Schlagzahl, das sogenannte Par. Fünf solcher Ergebnisse hintereinander bringen Girrbach entsprechend deutlich voran.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Präzision seiner Annäherungsschläge. Nach Angaben des Veranstalters muss der Schweizer während dieser Serie keinen Birdie-Putt aus mehr als rund 2,4 Metern Entfernung verwandeln.
Damit entsteht der starke Score nicht allein durch schwierige, lange Putts. Girrbach bringt den Ball mit seinen Eisen wiederholt nahe an die Fahne und schafft sich günstige Abschlussmöglichkeiten.
Warum der Platz dem Schweizer entgegenkommt
Der Real Club de Campo Villa de Madrid verlangt vor allem Genauigkeit und eine kluge Platzstrategie. Der Veranstalter hebt präzise Abschläge, gut gewählte Positionen auf den Fairways und ein sicheres Spiel rund um die Grüns hervor.
Genau darin liegen in dieser Woche Girrbachs Stärken.
Schon am Donnerstag trifft er nach den veröffentlichten Angaben mehr als 60 Prozent der Fairways. Der Durchschnitt des Teilnehmerfeldes liegt an diesem Tag nur bei etwas mehr als 40 Prozent.
Ein Ball auf dem Fairway erleichtert in der Regel den nächsten Schlag zum Grün. Wer häufig aus günstigen Positionen weiterspielen kann, schafft sich mehr Möglichkeiten für kontrollierte Annäherungen und Birdies.
Girrbachs Leistung zeigt damit auch, wie wichtig die Vorbereitung des nächsten Schlages ist: Ein gutes Ergebnis auf dem Grün beginnt oft bereits mit dem Abschlag.
Grant Forrest setzt die Marke für das Wochenende
An der Spitze liegt nach zwei Runden Grant Forrest. Der Schotte ergänzt seine Auftaktrunde von 66 Schlägen am Freitag durch eine 67 und erreicht insgesamt 133 Schläge.
Auch Forrest verbindet gute Erinnerungen mit Madrid. Bei der spanischen Open belegte er 2021 und 2024 jeweils den geteilten dritten Platz.
Für die Verfolger bleibt sein Vorsprung überschaubar. Hinter Girrbach und Syme folgen Eugenio Chacarra und Joe Dean mit sieben unter Par. Eine weitere Gruppe liegt bei sechs unter Par.
Die Abstände lassen deshalb noch zahlreiche Verschiebungen zu. Ein einzelner Schlag kann darüber entscheiden, ob ein Spieler die Führung übernimmt, zu den nächsten Verfolgern gehört oder einige Positionen zurückfällt.
Madrid weckt Erinnerungen an den dritten Platz von 2025
Girrbachs Erfolg im Vorjahr verleiht der aktuellen Ausgangslage zusätzliche Bedeutung. Die Swiss PGA führt für ihn bei der Open de España 2025 den dritten Platz auf.
Auch in der laufenden Saison hat der Schweizer bereits mehrere gute Ergebnisse erreicht. Bei der Danish Golf Championship und beim Omega European Masters in Crans-Montana belegte er jeweils den geteilten neunten Rang.
Bei der Open de France folgte Ende September ein geteilter 37. Platz. Beim anschliessenden Alfred Dunhill Links Championship verpasste er dagegen den Cut.
Der Cut bezeichnet die Ausscheidung nach einer festgelegten Zahl von Runden: Nur Spieler, die das erforderliche Ergebnis erreichen, dürfen im weiteren Turnierverlauf antreten.
In Madrid geht es für Girrbach nun deutlich über das Erreichen der Wochenendrunden hinaus. Er gehört zu den unmittelbaren Titelanwärtern.
Auch die Saisonrangliste erhält zusätzliche Spannung
Neben dem Turniersieg steht bei der Open de España die Jahreswertung der DP World Tour im Blickpunkt.
Patrick Reed, der die Race-to-Dubai-Rangliste seit Februar anführt, verpasst in Madrid den Cut. Damit kann er an den beiden abschliessenden Turniertagen keine weiteren Schläge gutmachen.
Nach Angaben der DP World Tour würde Eugenio Chacarra mit einem Sieg am Sonntag sowohl Reed als auch Rory McIlroy überholen und die Führung in der Saisonwertung übernehmen.
Für Chacarra ist das Wochenende somit gleich in zweifacher Hinsicht bedeutend: Er spielt vor heimischem Publikum um den Turniertitel und zugleich um die Spitze der Jahresrangliste.
Zwei Runden entscheiden über Girrbachs grosse Chance
Die dritte Runde ist für Samstag, 10. Oktober, vorgesehen. Am Sonntag, 11. Oktober, folgt die Schlussrunde.
Girrbachs Aufgabe ist nun, die Qualität der ersten beiden Tage über weitere 36 Löcher zu bestätigen. Dabei zählt jeder Schlag zum Gesamtergebnis.
Der knappe Abstand zum Leader bietet eine starke Ausgangslage. Gleichzeitig bleibt das Verfolgerfeld dicht zusammen. Ein Sieg ist deshalb noch keine Gewissheit, sondern eine sportliche Chance, die sich der Schweizer mit seinen bisherigen Leistungen verdient hat.
Für Schweizer Golfinteressierte gehört Girrbachs Auftritt damit zu den spannendsten Geschichten dieses Wochenendes.
Quellen: DP World Tour; Open de España; Swiss PGA; Golf Channel.
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert