Hamilton attackiert Leclerc – Ferrari-Streit nach verlorenem Sieg in Mexiko
von belmedia Redaktion Allgemein Amerika Autosport autosport.ch Europa Formel 1 Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Bei Ferrari eskaliert nach dem Grossen Preis von Mexiko der Streit zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Der siebenfache Weltmeister wirft seinem Teamkollegen vor, mit einem riskanten Manöver in der ersten Runde einen möglichen Doppelsieg verspielt zu haben. Besonders deutlich kritisiert Hamilton die Einstellung des Monegassen und fordert interne Gespräche.
Hamilton startete am Sonntag, 1. November 2026, erstmals für Ferrari von der Poleposition. Doch Leclerc griff seinen Teamkollegen bereits in der ersten Kurvenkombination an. In Kurve vier verliessen beide Fahrer die Strecke, Leclerc übernahm durch das Abkürzen die Führung und erhielt später eine Fünfsekundenstrafe.
Max Verstappen profitierte vom Zweikampf und gewann nach 71 Runden mit lediglich 0,799 Sekunden Vorsprung auf Hamilton. Leclerc wurde Vierter hinter dem frischgebackenen Weltmeister Kimi Antonelli. Für Ferrari bleibt ein starkes Rennergebnis, aber auch die Frage, ob sich die beiden Fahrer gegenseitig um den Sieg gebracht haben.
Hamilton kritisiert Leclercs Mentalität
Nach dem Rennen fand Hamilton deutliche Worte. Der Brite erinnerte daran, dass Leclerc bereits in der Vergangenheit intensive Duelle mit seinem damaligen Teamkollegen Carlos Sainz geführt hatte.
Hamilton störte vor allem, dass Ferrari bei einem möglichen Kampf um den Sieg beide Autos gegeneinander fahren liess. Er sprach ausdrücklich von einer Frage der Mentalität und kritisierte eine Haltung, bei der offenbar nur der eigene Sieg zähle.
Seiner Ansicht nach hätte Ferrari in Mexiko die Plätze eins und zwei erreichen können. Stattdessen profitierte Verstappen vom internen Zweikampf.
Was in der ersten Runde geschah
Hamilton verteidigte nach dem Start zunächst die Führung. Leclerc versuchte, aussen vorbeizukommen. Beide Ferrari erreichten die folgende Kurvenkombination mit hoher Geschwindigkeit.
In Kurve vier bremsten beide zu spät und verliessen die Strecke. Leclerc fuhr über die Auslaufzone und kehrte vor Hamilton zurück.
Die Rennkommissare stellten fest, dass der Monegasse seinen Überholvorgang ausserhalb der Streckenbegrenzung abgeschlossen hatte.
Normalerweise sieht das Strafmass für ein solches Vergehen zehn Sekunden vor. Weil auch Hamilton die Kurve nicht regulär durchfahren hatte und sich die Szene unmittelbar nach dem Start ereignete, reduzierten die Kommissare die Strafe auf fünf Sekunden.
Leclerc verteidigt seinen Angriff
Leclerc räumte nach dem Rennen ein, dass die Zeitstrafe berechtigt gewesen sei. Gleichzeitig erklärte er, warum er die Position nicht unmittelbar zurückgab.
Verstappen hatte Hamilton inzwischen überholt und lag zwischen den beiden Ferrari. Leclerc entschied deshalb, seine Position zunächst zu behalten und die mögliche Strafe in Kauf zu nehmen.
Ausserdem verwies der Monegasse auf den harten Zweikampf in den ersten Kurven. Auch Hamilton habe ihn zuvor weit nach aussen gedrängt.
Leclerc betonte, dass solche Duelle zum Rennsport gehören. Dennoch kündigte er an, die Situation mit Hamilton und der Mannschaft zu besprechen.
Verstappen profitiert vom Ferrari-Duell
Der grosse Gewinner war Max Verstappen. Der Red-Bull-Fahrer nutzte die Unruhe an der Spitze und übernahm später die Führung.
Nach einer Rennunterbrechung kämpfte sich Hamilton wieder vor Leclerc. In den letzten Runden setzte er Verstappen erheblich unter Druck.
Am Ende fehlten nur 0,799 Sekunden zum ersten Ferrari-Sieg des Briten. Hamilton fuhr zudem die schnellste Rennrunde in 1:19,268 Minuten.
Verstappen erklärte nach dem Rennen, dass Ferrari durch den internen Kampf eine wichtige Gelegenheit vergeben habe.
Ferrari muss vor Brasilien reagieren
Für Ferrari steht nun die Zusammenarbeit seiner beiden Stars im Mittelpunkt.
In der Konstrukteurswertung liegt die Scuderia weiterhin auf Platz zwei. Der Vorsprung auf Red Bull beträgt 124 Punkte. Die Mannschaft will diese Position in den verbleibenden vier Rennen verteidigen.
Der Sieg von Verstappen in Mexiko hatte auch aus Schweizer Sicht Folgen. Das Audi-Werksteam aus Hinwil holte durch Gabriel Bortoleto vier Punkte, während Nico Hülkenberg Rang 14 belegte.
Bereits am 8. November steht in São Paulo der nächste Grand Prix an. Bis dahin muss Ferrari klären, wie Hamilton und Leclerc künftig miteinander kämpfen können, ohne die Interessen der Mannschaft zu gefährden.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert