Historischer Spieltag: Zwei Frauen leiten Spiele in Spaniens zweiter Liga
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball International La Liga Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Der spanische Profifussball erlebt am Samstag, 10. Oktober 2026, einen besonderen Spieltag. Erstmals in dieser Saison werden in der Segunda División zwei Begegnungen am selben Tag von Schiedsrichterinnen geleitet. Olatz Rivera und Marta Huerta de Aza übernehmen zwei der drei angesetzten Partien. Damit setzt das spanische Schiedsrichterwesen ein deutliches Zeichen für die weitere Integration von Frauen in den professionellen Männerfussball.
Die 30-jährige Olatz Rivera leitet um 16.15 Uhr die Partie zwischen AD Ceuta und CE Sabadell. Um 18.30 Uhr folgt Marta Huerta de Aza beim Aufeinandertreffen von CD Eldense und Córdoba CF. Beide Schiedsrichterinnen gehören zur spanischen Elite im Frauen-Schiedsrichterwesen und haben sich über ihre Leistungen für Einsätze im Männerprofifussball qualifiziert.
Auch für den Schweizer Fussball besitzt die Entwicklung Bedeutung. Mit Désirée Blanco verfügte die Schweiz über eine international erfahrene Schiedsrichterin, die regelmässig Partien der Super League leitete. Die Einsätze in Spanien zeigen, wie sich die Möglichkeiten für Schiedsrichterinnen im europäischen Spitzenfussball weiterentwickeln.
Olatz Rivera eröffnet den besonderen Spieltag
Den Anfang macht Olatz Rivera Olmedo. Die baskische Schiedsrichterin leitet am Samstagnachmittag das Duell zwischen AD Ceuta und CE Sabadell im Estadio Alfonso Murube.
Für Rivera ist es der fünfte Einsatz in der Segunda División. Erst zu Beginn der laufenden Saison gelang ihr der Aufstieg in die zweithöchste spanische Spielklasse.
In ihren ersten vier Begegnungen sammelte sie wichtige Erfahrungen auf professionellem Niveau. Zudem wurde sie für die kommende U17-Weltmeisterschaft aufgeboten.
Unterstützt wird Rivera an der Seitenlinie unter anderem von Schiedsrichterassistentin Iragartze Fernández. Als Video Assistant Referee ist Álvaro Moreno vorgesehen.
Marta Huerta de Aza schrieb bereits Geschichte
Noch mehr Erfahrung bringt Marta Huerta de Aza mit. Die 36-Jährige stammt aus Palencia und gehört dem Schiedsrichterverband von Teneriffa an.
In der Saison 2024/25 wurde sie zur ersten Frau, die eine Begegnung im professionellen spanischen Männerfussball als Hauptschiedsrichterin leitete.
Damit erreichte sie einen Meilenstein, der in Spanien grosse Aufmerksamkeit auslöste.
Ihre Leistungen wurden zusätzlich mit der Guruzeta-Auszeichnung gewürdigt, die an die beste Schiedsrichterleistung der Saison in der Segunda División vergeben wird.
Inzwischen absolviert Huerta de Aza bereits ihre dritte Saison in der zweithöchsten spanischen Liga.
Am Samstag ist sie beim Spiel zwischen Eldense und Córdoba im Estadio Nuevo Pepico Amat im Einsatz.
Zwei Schiedsrichterinnen an einem Nachmittag
Die Besonderheit liegt nicht allein darin, dass Rivera und Huerta de Aza im Männerfussball eingesetzt werden.
Entscheidend ist die gemeinsame Ansetzung am selben Tag. Von den drei Samstagsspielen werden gleich zwei von Frauen geleitet.
Die dritte Begegnung zwischen Celta Fortuna und Real Sociedad B übernimmt Juan Manuel Gordillo.
Damit rücken die Schiedsrichterinnen in Spanien erneut in den Mittelpunkt der Diskussion über Chancengleichheit und sportliche Qualifikation.
Der spanische Schiedsrichterverband verfolgt langfristig das Ziel, Frauen auch in der höchsten Männerliga einzusetzen.
Schweiz hat bereits wichtige Erfahrungen gesammelt
Auch die Schweiz kennt erfolgreiche Schiedsrichterinnen im Männerprofifussball.
Ein Beispiel ist Désirée Blanco. Die Bernerin leitete insgesamt 23 Begegnungen in der Super League und 33 Partien in der Challenge League.
Ihr Debüt in der höchsten Schweizer Männerliga gab sie im April 2024.
International stand Blanco unter anderem bei der Frauen-Europameisterschaft 2025 und in der Champions League im Einsatz.
Im September 2026 musste sie ihre Karriere vorzeitig beenden. Der Rücktritt von Désirée Blanco beendete eine erfolgreiche Laufbahn, während der sie wichtige Erfahrungen für die nächste Schiedsrichtergeneration sammelte.
Leistung bleibt das entscheidende Kriterium
Der Aufstieg in den professionellen Schiedsrichterbereich erfordert Regelkenntnisse, körperliche Fitness und eine ausgeprägte Entscheidungsfähigkeit.
Schiedsrichterinnen müssen sich dabei ebenso wie ihre männlichen Kollegen über ihre Leistungen für höhere Spielklassen empfehlen.
Die Beispiele aus Spanien und der Schweiz zeigen, dass sich die Einsatzmöglichkeiten im Männerfussball weiter öffnen.
Für Rivera und Huerta de Aza stehen am Samstag zunächst zwei anspruchsvolle Zweitligapartien im Mittelpunkt. Ihre Ansetzungen haben darüber hinaus Bedeutung für die Entwicklung des europäischen Schiedsrichterwesens.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert