IIHF bleibt hart: Russlands Rückkehr sorgt für WM-Chaos

Der Internationale Eishockeyverband IIHF stellt sich weiterhin gegen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften. Am Mittwoch, 4. November 2026, bekräftigte der Weltverband nach einer Sitzung seines Councils die Kritik am Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS. Die praktische Umsetzung sorgt für erhebliche Schwierigkeiten. Neue Entscheidungen sollen in den kommenden Tagen folgen.

Der CAS hatte am 30. Oktober entschieden, dass Russland wieder an fünf IIHF-Weltmeisterschaften teilnehmen darf. Der Weltverband hält die sofortige Wiederzulassung wegen Sicherheitsrisiken, Visaauflagen, organisatorischer Probleme und bereits festgelegter Turnierformate für schwierig. Besonders die Männer-WM 2027 in Deutschland steht im Mittelpunkt des Konflikts.

Die Schweiz ist unmittelbar betroffen. Ihre Nationalmannschaft soll am 13. Mai 2027 gegen Gastgeber Deutschland das WM-Eröffnungsspiel bestreiten. Swiss Ice Hockey wartet die nächsten Entscheidungen des Weltverbands ab. Änderungen am Teilnehmerfeld könnten auch den Schweizer Spielplan beeinflussen.

SWISSHOCKEY.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
IIHF: Weltverband bekräftigt Ablehnung des CAS-Urteils.
CAS-Entscheid: Russland erhält das Recht zur Teilnahme an fünf Weltmeisterschaften.
Widerstand: Mehrere europäische Verbände verweigern Spiele gegen Russland.
WM 2027: Deutschland prüft auch eine mögliche Rückgabe des Turniers.
Schweiz: Der Weltverband kündigt weitere Informationen in den kommenden Tagen an.
Was das bedeutet
Der Weltverband muss eine rechtlich angeordnete Wiederzulassung mit bestehenden Sicherheits- und Turnieranforderungen vereinbaren. Für die Schweiz wird entscheidend, ob der Spielplan und die Vorrundengruppen der WM 2027 bestehen bleiben.

IIHF sieht erhebliche Probleme bei Russlands Rückkehr

Die Stellungnahme des Weltverbands aus Zürich fällt deutlich aus. Das IIHF-Council hält an seiner ablehnenden Position fest und beurteilt die Folgen des CAS-Urteils als wesentlich schwerwiegender, als das Schiedsgericht angenommen habe.

Besonders problematisch seien Einreisebewilligungen, Sicherheitsvorkehrungen, Unterkünfte, Reiseorganisation und mögliche Änderungen bestehender Wettbewerbsformate.

Die IIHF steht deshalb mit Nationalverbänden, Veranstaltern und Behörden der Gastgeberländer in Kontakt.

Der Verband betont, die Sicherheit von Spielern, Offiziellen und Zuschauern sowie die sportliche Integrität hätten weiterhin Priorität.

Was kann die IIHF nach dem CAS-Urteil unternehmen?

Die rechtliche Ausgangslage ist anspruchsvoll. Das CAS hat die Ausschlussentscheide aufgehoben und die Teilnahme Russlands an den betroffenen Wettbewerben angeordnet.

Das Schiedsgericht betrachtete die von der IIHF vorgebrachten Sicherheitsbedenken als nicht ausreichend belegt.

Der Weltverband kann deshalb nicht einfach an seinen bisherigen Ausschlüssen festhalten. Vielmehr muss er konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung prüfen.

Dazu gehören Gespräche über Einreisebedingungen, Sicherheitskonzepte und Änderungen der Turnierorganisation.

Die heutige Erklärung enthält noch keinen verbindlichen Umsetzungsplan.

Mehrere Nationen verweigern Spiele gegen Russland

Auch die Haltung europäischer Verbände erhöht den Druck. Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Lettland und Tschechien haben sich gegen Begegnungen mit Russland ausgesprochen.

Die norwegische Föderation erklärte ausdrücklich, ihre übrigen WM-Spiele normal austragen zu wollen.

Damit entsteht ein schwieriges sportliches Szenario: Können einzelne Nationen Begegnungen verweigern, ohne dass die gesamte Weltmeisterschaft gefährdet wird?

Die Boykottbeschlüsse mehrerer Nationalverbände haben bereits eine grundlegende Diskussion über die Durchführung der WM ausgelöst.

Deutschland und Sponsoren erhöhen den Druck

Der Deutsche Eishockey-Bund lehnt eine Rückkehr Russlands ebenfalls ab.

DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz hat erklärt, dass auch eine Rückgabe der Weltmeisterschaft geprüft werden müsse.

Hinzu kommen wirtschaftliche Risiken. Sponsoren wie AJ Products und Nokian Tyres haben Konsequenzen angekündigt. Auch der langjährige Hauptsponsor Škoda will seine Unterstützung überprüfen, falls Russland teilnimmt.

Für die IIHF geht es somit nicht nur um sportliche Zulassungen, sondern auch um die organisatorische und wirtschaftliche Durchführung ihrer wichtigsten Wettbewerbe.

Schweizer Nationalmannschaft wartet auf Klarheit

Die Schweizer Nationalmannschaft ist nach bisheriger Planung der Gruppe A in Mannheim zugeteilt.

Dort trifft sie auf Finnland, Schweden, Deutschland, Lettland, Österreich, Slowenien und die Ukraine.

Besonders heikel ist die Konstellation, weil mehrere dieser Verbände Begegnungen gegen Russland ablehnen.

Der Schweizer Verband hat selbst keinen Boykott angekündigt und wartet die Entscheidungen der IIHF ab.

Neben der Männer-WM sind auch die U20-Weltmeisterschaft, beide U18-Weltmeisterschaften und die Frauen-WM 2027 vom CAS-Urteil betroffen.

Damit bleibt der Weltverband unter erheblichem Zeitdruck. Bereits am 26. Dezember beginnt die nächste U20-Weltmeisterschaft in Kanada.

AKTUELLER STAND
Eishockey-WM 2027 – Vorrundengruppen
4. November 2026 | Bisherige Einteilung | 16 Teams
Gruppe A – Mannheim Gruppe B – Düsseldorf
Schweiz Kanada
Finnland USA
Schweden Tschechien
Deutschland Slowakei
Lettland Dänemark
Österreich Norwegen
Slowenien Kasachstan
Ukraine Ungarn
Russlands Aufnahme kann Anpassungen der bisherigen Gruppeneinteilung erforderlich machen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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