IIHF sperrt Patrick Fischer für vier Jahre
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein CHL Eishockey Europa Magazine nachrichtenticker.ch National League Nationalmannschaft News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Swiss League swisshockey.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Patrick Fischer muss nach der Affäre um sein gefälschtes Covid-Zertifikat weitere Konsequenzen tragen. Der Eishockey-Weltverband IIHF sperrt den früheren Schweizer Nationaltrainer laut einem Bericht der «NZZ» für vier Jahre. Bis 2030 darf der 50-Jährige damit kein Nationalteam betreuen.
Die Sperre gilt nach aktuellem Stand ausschliesslich auf Nationalmannschaftsebene. Eine Tätigkeit bei einem Klub wäre für Fischer grundsätzlich weiterhin möglich. Ob sich daran in der Schweiz noch etwas ändert, hängt allerdings auch von Swiss Sport Integrity ab.
Erst Ende August hatte sich der frühere Nationalcoach ausführlich zu seiner Zukunft geäussert. Patrick Fischer liess dabei eine spätere Rückkehr ins Eishockey ausdrücklich offen. Die nun ausgesprochene IIHF-Sperre schränkt seine Möglichkeiten zumindest im internationalen Nationalmannschaftsbereich deutlich ein.
IIHF zieht Konsequenzen aus Zertifikatsaffäre
Wie SRF unter Berufung auf die «NZZ» berichtet, hat der internationale Eishockeyverband seine Untersuchung gegen Fischer abgeschlossen. Das Ergebnis ist eine vierjährige Sperre. Damit darf der langjährige Schweizer Nationaltrainer bis 2030 keine Nationalmannschaft betreuen.
Auslöser der Untersuchung war Fischers Umgang mit einem gefälschten Covid-Zertifikat. Der damalige Nationalcoach war 2022 mit einem gefälschten Impfnachweis zu den Olympischen Winterspielen nach Peking gereist.
Der Fall wurde im April 2026 öffentlich. Fischer bestätigte damals nach Recherchen von SRF, dass er mit dem gefälschten Zertifikat nach China gereist war. Bereits 2023 war er wegen Urkundenfälschung rechtskräftig verurteilt worden.
Fischer verlor kurz vor der Heim-WM seinen Posten
Für Fischer hatte die Affäre bereits im Frühjahr weitreichende sportliche Folgen. Swiss Ice Hockey hielt zunächst am Nationaltrainer fest, trennte sich am 15. April dann aber mit sofortiger Wirkung von ihm.
Damit endete Fischers mehr als zehnjährige Zeit als Cheftrainer der Schweizer Nationalmannschaft kurz vor der Heim-WM 2026. Sein vorgesehener Nachfolger Jan Cadieux übernahm die Mannschaft früher als ursprünglich geplant.
Swiss Ice Hockey liess den Umgang mit der Angelegenheit anschliessend zusätzlich im Rahmen einer Administrativuntersuchung aufarbeiten. Ende August erklärte der Verband diese Untersuchung für abgeschlossen. Der entsprechende Bericht wurde unter Hinweis auf Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und arbeitsrechtliche Vorgaben nicht veröffentlicht.
Klubjob bleibt vorerst möglich
Entscheidend für Fischers weitere Karriere ist, dass die IIHF-Sperre nach aktuellem Stand nur den Nationalmannschaftsbereich betrifft. Ein Engagement bei einem Klub ist dadurch nicht automatisch ausgeschlossen.
Noch offen ist jedoch, ob Swiss Sport Integrity die internationale Sanktion übernimmt beziehungsweise daraus weitere Konsequenzen für Tätigkeiten innerhalb der Schweiz entstehen. Sollte die Sperre auf den nationalen Klubbereich ausgeweitet werden, würden sich Fischers Möglichkeiten erheblich reduzieren.
Der 50-Jährige hatte zuletzt erklärt, dass er nicht wisse, ob er irgendwann nochmals als Trainer an einer Bande stehen werde. Eine spätere Aufgabe bei einem Klub schloss Fischer allerdings nicht aus. Mit der vierjährigen IIHF-Sperre steht nun zumindest fest, dass ein Comeback als Nationaltrainer bis 2030 nicht möglich ist.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert