Julie Derron holt WM-Bronze auf Hawaii
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Julie Derron sorgt bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii für einen Schweizer Medaillenerfolg. Die 30-jährige Zürcherin erkämpft sich bei ihrem ersten Start in Kona den dritten Platz und gewinnt WM-Bronze. Trotz einer Dreiminutenstrafe auf der Radstrecke zeigt sie einen starken Marathon und arbeitet sich vom achten Zwischenrang bis aufs Podest vor. Den Weltmeistertitel sichert sich die Amerikanerin Taylor Knibb.
Derron absolviert die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und den abschliessenden Marathon in 8:46:25 Stunden. Damit verliert sie 9:56 Minuten auf Siegerin Knibb, die nach 8:36:29 Stunden das Ziel erreicht. Silber geht an die Deutsche Laura Philipp in 8:39:34 Stunden. Im dramatischen Finale bricht Titelverteidigerin Solveig Løvseth kurz vor dem Ziel ein und fällt vom ersten auf den achten Rang zurück.
Auch aus Schweizer Sicht ist das Rennen bemerkenswert. Die Genferin Imogen Simmonds erreicht in 8:51:44 Stunden den fünften Platz. Damit klassieren sich gleich zwei Schweizerinnen unter den besten fünf Athletinnen der Welt. Für Derron folgt WM-Bronze nur vier Wochen nach ihrer Silbermedaille bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza.
Starker Beginn im Pazifik
Für Julie Derron beginnt die Ironman-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona vielversprechend. Die Zürcherin bewältigt die Schwimmstrecke im Pazifik in 53:09 Minuten und hält Anschluss an die Spitzengruppe.
Angeführt wird das Feld zunächst von der britischen Schwimmspezialistin Lucy Charles-Barclay. Auch Taylor Knibb und Imogen Simmonds steigen vor Derron aus dem Wasser.
Auf dem anschliessenden Radabschnitt über 180,2 Kilometer entwickeln sich unter den Favoritinnen mehrere Positionskämpfe. Knibb setzt ihre Stärke auf dem Rad ein und übernimmt die Führung.
Derron hält sich lange in Reichweite der vorderen Plätze. Dann verliert sie durch eine Zeitstrafe wertvolle Minuten.
Dreiminutenstrafe erschwert den Kampf ums Podest
Wegen Windschattenfahrens erhält die Schweizerin auf der Radstrecke eine Dreiminutenstrafe.
Diese wirft sie im Zwischenklassement zurück.
Nach dem Radfahren liegt Derron auf Platz acht. Ihr Rückstand auf die Spitze beträgt mehr als neun Minuten.
Die Ausgangslage ist anspruchsvoll. Vor ihr befinden sich mehrere erfahrene Langdistanz-Spezialistinnen, während noch der komplette Marathon zu absolvieren ist.
Doch gerade beim Laufen gehört Derron zu den stärksten Athletinnen des Feldes.
Die Zürcherin findet einen guten Rhythmus und beginnt, Konkurrentinnen einzuholen.
Derron läuft bis auf den dritten Platz
Auf den 42,195 Kilometern des abschliessenden Marathons zeigt Derron ihre grosse Stärke.
Sie läuft die Distanz in 2:58:54 Stunden und macht kontinuierlich Positionen gut.
Besonders in der zweiten Hälfte des Marathons zahlt sich ihre Renneinteilung aus. Während andere Athletinnen zunehmend mit den Bedingungen auf Hawaii kämpfen, kann die Schweizerin ihre Aufholjagd fortsetzen.
In der Schlussphase erreicht sie die Medaillenplätze.
Nach insgesamt 8:46:25 Stunden überquert Derron als Dritte die Ziellinie.
Für die Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Paris 2024 ist es bei ihrem ersten Hawaii-Start ein aussergewöhnlicher Erfolg.
Drama um Titelverteidigerin Løvseth
An der Spitze entwickelt sich ein dramatisches Finale.
Die Norwegerin Solveig Løvseth, die 2025 den Weltmeistertitel gewonnen hatte, übernimmt auf der Laufstrecke die Führung.
Lange sieht es danach aus, als könnte sie ihren Titel verteidigen.
Doch kurz vor dem Ziel verlassen sie die Kräfte. Die Norwegerin muss mehrfach anhalten und bricht zeitweise zusammen.
Taylor Knibb zieht noch an ihr vorbei und läuft zum Weltmeistertitel. Laura Philipp erreicht das Ziel auf dem zweiten Platz.
Auch Derron passiert die entkräftete Titelverteidigerin.
Løvseth kann das Rennen schliesslich fortsetzen und beendet die Weltmeisterschaft auf Rang acht.
Zwei Schweizerinnen unter den besten fünf
Neben Derron überzeugt auch Imogen Simmonds.
Die Genferin zeigt ein ausgeglichenes Rennen über alle drei Disziplinen und erreicht nach 8:51:44 Stunden den fünften Platz.
Damit stehen gleich zwei Schweizerinnen in den Top fünf der Weltmeisterschaft.
Der Erfolg fügt sich in eine bemerkenswerte Phase des Schweizer Triathlons ein.
Bereits am 12. September sorgten Derron und Alanis Siffert beim Schweizer Doppelpodest an der Ironman-70.3-WM in Nizza für Aufsehen.
Damals gewann Derron hinter Knibb Silber, während Siffert Bronze holte.
Nur vier Wochen später bestätigt Derron ihre internationale Klasse nun auch auf der klassischen Ironman-Distanz.
Eine Medaille mit besonderer Bedeutung
Für Derron ist der dritte Rang auch deshalb bemerkenswert, weil sie erst ihren vierten Ironman bestreitet.
Bereits im Juli hatte sie mit ihrem Sieg bei der Challenge Roth ihre Qualitäten über die Langdistanz demonstriert.
Nun gelingt ihr bei einem der prestigeträchtigsten Rennen des Triathlons der Sprung aufs WM-Podest.
In Kona muss sie dabei mehrere Herausforderungen bewältigen: die lange Radstrecke, die Zeitstrafe und einen Marathon unter anspruchsvollen klimatischen Bedingungen.
Die Bronzemedaille zeigt, wie stark sich Derron innerhalb kurzer Zeit auf der Langdistanz etabliert hat.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert