Kanada verbietet Russland die Teilnahme an der Junioren-WM 2027

Kanada stellt sich gegen die Rückkehr Russlands zum internationalen Eishockey. Premierminister Mark Carney hat am Dienstag, 3. November 2026, erklärt, dass russische und belarussische Nationalmannschaften bei der kommenden U20-Weltmeisterschaft in Kanada nicht antreten dürfen. Damit verschärft sich der Konflikt nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS erheblich.

Die Junioren-Weltmeisterschaft findet vom 26. Dezember 2026 bis zum 5. Januar 2027 in Edmonton und Red Deer statt. Russland strebt nach dem CAS-Urteil vom 30. Oktober eine Rückkehr zu den Wettbewerben des Weltverbands IIHF an. Die kanadische Regierung stellt sich diesem Vorhaben entgegen. Carney begründete seinen Entscheid mit dem anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Die Schweizer U20-Nationalmannschaft ist unmittelbar betroffen. Sie bestreitet ihr erstes Gruppenspiel am 26. Dezember gegen Gastgeber Kanada in Edmonton. Auch Tschechien, Lettland und Norwegen gehören zur Schweizer Gruppe. Während mehrere europäische Verbände Begegnungen mit Russland verweigern, geht Kanada mit der angekündigten Nichtzulassung auf seinem Staatsgebiet einen entscheidenden Schritt weiter.

SWISSHOCKEY.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Kanada: Premierminister Carney schliesst russische und belarussische Nationalteams von der U20-WM aus.
Turnier: 26. Dezember 2026 bis 5. Januar 2027.
Austragungsorte: Edmonton und Red Deer in Alberta.
Hintergrund: CAS-Urteil zur Wiederzulassung Russlands.
Schweiz: U20-Nati eröffnet das Turnier gegen Kanada.
Was das bedeutet
Die IIHF muss die Auswirkungen der kanadischen Entscheidung auf die geplante Junioren-WM klären. Die Haltung des Gastgeberlandes verstärkt zugleich den internationalen Druck im Streit um Russlands Teilnahme an der Männer-WM 2027 in Deutschland.

Kanadas Regierungschef zieht eine klare Grenze

Mark Carney äusserte sich am Dienstag während eines internationalen Treffens in Antigua zur Rückkehr russischer Nationalmannschaften.

Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetze, dürften russische und belarussische Athleten ihre Länder bei Wettbewerben in Kanada nicht vertreten.

Für die unmittelbar bevorstehende Junioren-Weltmeisterschaft machte er deutlich, dass Russland nicht teilnehmen werde.

Damit greift erstmals in diesem Streit die Regierung eines wichtigen Eishockeylandes direkt in die Frage ein, welche Nationalmannschaften auf ihrem Staatsgebiet antreten dürfen.

Hockey Canada wartet auf die IIHF

Hockey Canada steht wegen des CAS-Urteils bereits mit dem internationalen Eishockeyverband und weiteren Beteiligten in Kontakt.

Der Weltverband muss nun klären, wie die Wiederzulassung Russlands mit der Haltung Kanadas vereinbart werden kann.

Die organisatorische Situation ist anspruchsvoll. Die Junioren-WM ist seit Monaten geplant, die Gruppen sind ausgelost und Eintrittskarten werden bereits verkauft.

Eine zusätzliche Nationalmannschaft würde Veränderungen am bestehenden Spielplan und möglicherweise am Turniermodus erfordern.

Europäische Verbände erhöhen den Druck

Kanadas Entscheidung folgt auf eine Reihe von Ankündigungen europäischer Eishockeyverbände.

Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen wollen keine Spiele gegen Russland bestreiten. Auch Tschechien hat eine entsprechende Haltung angekündigt. Lettland verweist zusätzlich auf gesetzliche Einschränkungen.

Der Konflikt betrifft besonders die Männer-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland.

Über die Boykottentscheidungen mehrerer Eishockeynationen und deren Folgen für Deutschland wurde bereits ausführlich berichtet.

Anders als die europäischen Verbände, die einzelne Spiele verweigern wollen, lehnt Kanada die russische Teilnahme an der Junioren-WM auf seinem Staatsgebiet grundsätzlich ab.

Schweiz trifft zum Auftakt auf Kanada

Für die Schweizer U20-Nationalmannschaft beginnt das Turnier am 26. Dezember in Edmonton mit einer besonders schwierigen Aufgabe.

Um 17 Uhr Ortszeit trifft sie im Rogers Place auf Gastgeber Kanada. In der Schweiz beginnt die Partie am 27. Dezember um 1 Uhr nachts.

Weitere Gruppengegner sind Tschechien, Lettland und Norwegen.

Die zweite Gruppe wird in Red Deer ausgetragen. Dort spielen Schweden, Finnland, die USA, Deutschland und die Slowakei.

Auch die Männer-WM steht unter Druck

Die Auseinandersetzung reicht über die Junioren-WM hinaus.

Die Männer-Weltmeisterschaft soll vom 13. bis 30. Mai 2027 in Deutschland stattfinden. Der Deutsche Eishockey-Bund prüft wegen der Sicherheitsrisiken und möglicher Boykotte sogar eine Rückgabe des Turniers.

Für Kanada liegt bezüglich dieser Männer-WM bislang kein vergleichbarer formeller Spielboykott vor.

Entscheidend werden nun die nächsten Schritte der IIHF sein. Der Weltverband muss sowohl das CAS-Urteil als auch die Positionen der Gastgeber und teilnehmenden Nationen berücksichtigen.

AKTUELLER STAND
U20-Weltmeisterschaft 2027 – Turnier und Gruppen
4. November 2026 | Kanada
Bereich Stand
Austragung 26.12.2026 – 05.01.2027
Gastgeber Kanada
Spielorte Edmonton und Red Deer
Teilnehmer 10 Nationen
Gruppe B – Schweiz Kanada, Tschechien, Lettland, Norwegen, Schweiz
Gruppe A Schweden, Finnland, USA, Deutschland, Slowakei
Schweizer Auftakt 26. Dezember gegen Kanada
Viertelfinals 2. Januar 2027
Halbfinals 4. Januar 2027
Final 5. Januar 2027
Russland Teilnahme durch Kanada ausgeschlossen

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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