Machtwechsel im Schweizer Eishockey: Marc Lüthi übernimmt
von belmedia Redaktion -schweizweit Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch National League Nationalmannschaft News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport sportaktuell.ch Swiss League swisshockey.ch Themen Vereine Ⳇ Verbreitung
Das Schweizer Eishockey hat einen neuen starken Mann: Marc Lüthi ist am Donnerstag zum Präsidenten der Swiss Ice Hockey Federation gewählt worden. Der 65-jährige Berner übernimmt den Verband nach turbulenten Monaten und folgt auf Urs Kessler. Lüthi bringt jahrzehntelange Erfahrung aus dem Spitzeneishockey mit – gleichzeitig wartet auf den langjährigen SCB-Chef eine anspruchsvolle Aufgabe.
Die Wahl erfolgte am Donnerstag, 27. August 2026, an einer ausserordentlichen Generalversammlung der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF). Lüthi war der einzige Kandidat. Die Delegierten wählten ihn in den Verwaltungsrat und bestätigten ihn anschliessend als neuen Verwaltungsratspräsidenten.
Seine Kandidatur hatte sich bereits seit Juni abgezeichnet. National League und Swiss League hatten sich darauf verständigt, den früheren CEO des SC Bern für das Amt vorzuschlagen.
Nach turbulenten Monaten soll Ruhe einkehren
Lüthi übernimmt den Verband in einer anspruchsvollen Phase. Sein Vorgänger Urs Kessler trat Anfang Juni nach nur rund neun Monaten im Amt zurück. Die vergangenen Monate waren unter anderem von Diskussionen um die Führung des Verbandes und vom vorzeitigen Ende der Amtszeit von Nationaltrainer Patrick Fischer geprägt.
Nun soll wieder mehr Stabilität entstehen. Die SIHF setzt dabei auf Lüthis grosse Erfahrung, seine unternehmerischen Fähigkeiten und seine langjährige Kenntnis der Strukturen im Schweizer und europäischen Eishockey.
28 Jahre an der Spitze des SC Bern
Kaum jemand im Schweizer Club-Eishockey verfügt über einen vergleichbaren Erfahrungsschatz. Lüthi war seit 1998 operativ für den SC Bern tätig und entwickelte sich über fast drei Jahrzehnte zu einer der prägendsten Persönlichkeiten des Clubs. Ende April 2026 zog er sich aus seinen Funktionen innerhalb der SCB-Gruppe zurück.
Während seiner Zeit an der Spitze gewann der SC Bern sieben Schweizer Meistertitel und drei Cups. Gleichzeitig entwickelte sich der Club auch wirtschaftlich zu einem der bedeutendsten Eishockeyunternehmen des Landes.
Genau diese Vergangenheit macht seine neue Aufgabe allerdings anspruchsvoll. Als Verbandspräsident vertritt Lüthi nicht mehr primär die Interessen eines einzelnen Grossclubs. Er muss unterschiedliche Bedürfnisse von National League, Swiss League, Amateur- und Nachwuchshockey sowie den verschiedenen Nationalmannschaften zusammenführen.
Schweizer Eishockey vor wichtigen Entscheidungen
Auf Lüthi warten zahlreiche Themen. Dazu gehören die Zusammenarbeit zwischen Liga und Verband, die Nachwuchsförderung, das Fraueneishockey, die wirtschaftliche Entwicklung des Sports sowie die Zukunft der Nationalmannschaften.
Gleichzeitig sind die sportlichen Erwartungen hoch. Die Schweizer Männer-Nationalmannschaft hat sich in den vergangenen Jahren dauerhaft in der internationalen Spitze etabliert. Welche Entwicklung das Schweizer Eishockey dabei genommen hat, zeigt auch der Belmedia-Hintergrundbericht über die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft und ihren Weg in die Weltspitze. Diese Position langfristig zu sichern und gleichzeitig Nachwuchs, Frauen- und Club-Eishockey weiterzuentwickeln, gehört nun zu den zentralen Aufgaben der neuen Verbandsführung.
Vom Clubchef zum Hockey-Präsidenten
Lüthi galt während seiner Zeit beim SC Bern als meinungsstarker und durchsetzungsfähiger Manager. Nun muss er zeigen, dass er diese Eigenschaften auch einsetzen kann, um unterschiedliche Interessen innerhalb des Schweizer Eishockeys zusammenzuführen.
Für den langjährigen SCB-Chef beginnt damit eine völlig neue Aufgabe. Nach fast drei Jahrzehnten Verantwortung für einen einzelnen Club steht Marc Lüthi nun an der Spitze des gesamten Schweizer Eishockeys. Der Berner hat den SC Bern verlassen – dem Eishockey bleibt er jedoch erhalten. Diesmal trägt er Verantwortung für das grosse Ganze.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild