Marco Schwarz verabschiedet sich vom Slalom
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Wintersport Ⳇ Verbreitung
Marco Schwarz zieht im Slalom weitgehend einen Schlussstrich. Der 31-jährige Österreicher will sich ab der Saison 2026/27 vor allem auf Riesenslalom und Super-G konzentrieren und gleichzeitig seine Entwicklung in der Abfahrt vorantreiben. Vier Disziplinen seien mit dem Weltcupkalender, dem notwendigen Training und der körperlichen Belastung nicht mehr sinnvoll miteinander zu vereinbaren.
Für Schwarz ist der Schritt besonders emotional, weil der Slalom lange seine stärkste Disziplin war. Drei seiner acht bisherigen Weltcupsiege feierte er zwischen den engen Toren, zudem gewann er in der Saison 2020/21 die kleine Kristallkugel. Seinen bislang letzten Slalomsieg holte der Kärntner im Dezember 2023 in Madonna di Campiglio.
Ganz ausgeschlossen sind einzelne Slalomstarts allerdings nicht. Schwarz will gelegentlich weiterhin Slalom trainieren und lässt sich für die Zeit nach den Weltmeisterschaften in Crans-Montana eine kleine Hintertür offen. Voraussetzung wäre, dass ein Start keine zusätzliche Belastung verursacht und er keinem Teamkollegen einen Startplatz wegnimmt.
Schwarz will seine Kräfte gezielter einsetzen
Schwarz bezeichnete die Entscheidung als eine der härtesten seiner bisherigen Karriere. Ausschlaggebend ist nicht ein einzelnes Resultat, sondern die enorme Belastung eines Programms über vier Disziplinen.
Der Österreicher möchte seine Kräfte künftig so bündeln, dass er wieder regelmässig um Siege und Podestplätze fahren kann. Sein Schwerpunkt liegt deshalb klar auf Riesenslalom und Super-G.
Gleichzeitig soll die Abfahrt stärker ins Programm integriert werden. Damit vollzieht Schwarz endgültig den Wandel vom klassischen Technikspezialisten zum Allrounder mit deutlich stärkerer Ausrichtung auf die schnellen Disziplinen.
Siege in Alta Badia und Livigno bestätigen den neuen Weg
Dass diese Strategie sportlich Sinn ergeben kann, zeigte bereits die vergangene Saison.
Im Riesenslalom von Sölden wurde Schwarz zum Auftakt hinter Marco Odermatt Zweiter. Im Dezember folgte auf der Gran Risa in Alta Badia der grosse Durchbruch: Schwarz gewann den Riesenslalom vor Lucas Pinheiro Braathen und Stefan Brennsteiner.
Nur sechs Tage später setzte er in Livigno noch einen drauf. Im Super-G feierte der Österreicher seinen ersten Weltcupsieg überhaupt in einer Speed-Disziplin.
Dabei verwies er gleich mehrere Schweizer auf die nächsten Plätze. Alexis Monney wurde Zweiter, Franjo von Allmen Dritter und Marco Odermatt Vierter.
Gerade dieses Rennen zeigte, welches Potenzial Schwarz inzwischen auch ausserhalb der klassischen technischen Disziplinen besitzt.
Slalom zuletzt nicht mehr auf früherem Niveau
Im Slalom verlief die Saison dagegen deutlich schwieriger.
Schwarz beendete die Weltcupsaison in dieser Disziplin mit 115 Punkten lediglich auf Rang 21. Sein bestes Niveau aus der Saison 2020/21, als er den Slalomweltcup mit 665 Punkten gewann, erreichte er nach seinen schweren Verletzungen nicht mehr.
Beim Saisonfinale in Lillehammer wurde er nochmals 19. Zuvor hatte es unter anderem Rang 13 in Kranjska Gora und Platz 16 in Adelboden gegeben.
Im Riesenslalom schloss Schwarz die Saison dagegen mit 368 Punkten auf Rang sechs ab. Im Super-G belegte er mit 201 Punkten Rang elf.
Schwarz wird direkter Konkurrent der Schweizer
Für die Schweizer Mannschaft ist die Neuausrichtung ebenfalls interessant.
Schwarz trifft künftig häufiger genau in jenen Disziplinen auf Marco Odermatt, Loïc Meillard, Thomas Tumler, Franjo von Allmen und Alexis Monney, in denen die Schweiz derzeit besonders stark aufgestellt ist.
Der Sieg in Livigno hat bereits gezeigt, dass der Österreicher auch im Super-G zur unmittelbaren Konkurrenz der Schweizer Spitze werden kann.
Mit weniger Slalomtraining erhält Schwarz nun zusätzliche Zeit für Riesenslalom, Speedtraining und Regeneration. Ob er dadurch über eine komplette Saison wieder konstant an die absolute Weltspitze herankommt, wird zu den spannenden Fragen des kommenden Winters gehören.
- Hauptfokus: Riesenslalom und Super-G.
- Zusätzlich: ausgewählte Abfahrten sollen stärker ins Programm rücken.
- Slalom: keine reguläre Weltcupsaison mehr, einzelne spätere Starts bleiben aber möglich.
- Karrierebilanz: acht Weltcupsiege, davon drei im Slalom.
| Wertung | Rang | Punkte |
|---|---|---|
| Gesamtweltcup | 11. | 686 |
| Riesenslalom | 6. | 368 |
| Super-G | 11. | 201 |
| Slalom | 21. | 115 |
| Abfahrt | 59. | 2 |
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert