Olympia 2036: Sieben Länder kämpfen um die Austragung
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Olympia Orte Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Übersee Ⳇ Verbreitung
Das Rennen um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036 ist auf sieben Länder begrenzt. Nach Ablauf der IOC-Frist vom 31. Oktober bleiben Deutschland, Ungarn, die Türkei, Katar, Indien, Südkorea und Südafrika im Auswahlverfahren. Damit steht fest, welche Interessenten ihre Olympia-Projekte in den kommenden Monaten weiterentwickeln dürfen.
Besonders spannend ist die deutsche Kandidatur mit München, das bereits 1972 Olympische Sommerspiele ausrichtete. Konkurrenz kommt unter anderem aus Budapest, Istanbul, Doha und Seoul. Auch Indien und Südafrika wollen erstmals Olympische Sommerspiele organisieren. Das Internationale Olympische Komitee wird die sieben Projekte nun schrittweise prüfen.
Die Entscheidung liegt beim IOC mit Sitz in Lausanne. Während die sieben Länder um die Sommerspiele 2036 konkurrieren, befindet sich die Schweiz für die Olympischen Winterspiele 2038 in einer privilegierten Dialogphase. Beide Vergabeverfahren zeigen, wie stark sich die internationale Olympia-Landschaft verändert.
München will Olympia nach Deutschland holen
Deutschland schickt München in das internationale Auswahlverfahren. Die bayerische Landeshauptstadt besitzt olympische Erfahrung: Bereits 1972 fanden dort die Sommerspiele statt.
Mit der erneuten Kandidatur verbindet Deutschland die Hoffnung auf eine Rückkehr der weltweit grössten Sportveranstaltung. München könnte dabei auf vorhandene Sportstätten und die Erfahrungen aus früheren Grossveranstaltungen zurückgreifen.
Die deutsche Bewerbung ist allerdings nicht ausschliesslich auf 2036 ausgerichtet. Grundsätzlich kommen auch spätere Austragungen 2040 und 2044 infrage.
Sechs Konkurrenten mit unterschiedlichen Voraussetzungen
Zu den europäischen Interessenten gehören Budapest und Istanbul. Beide Städte beschäftigen sich seit Jahren mit der Möglichkeit, Olympische Spiele auszurichten.
Ungarn besitzt eine grosse olympische Tradition, war aber noch nie Gastgeber von Sommerspielen. Auch Istanbul hat wiederholt versucht, den Zuschlag zu erhalten.
Katar setzt mit Doha auf seine Erfahrungen als Veranstalter internationaler Sportgrossereignisse. Die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 und zahlreiche Weltmeisterschaften haben dem Land moderne Sportanlagen und organisatorische Erfahrung gebracht.
Allerdings könnte das Sommerklima eine zentrale Herausforderung darstellen. Olympische Spiele in Katar würden möglicherweise einen anderen Termin im Jahreskalender erfordern.
Indien verfolgt mit Ahmedabad ein ambitioniertes Projekt. Das Land möchte seine internationale Bedeutung auch durch die Ausrichtung Olympischer Spiele unterstreichen.
Südkorea bringt mit Seoul einen ehemaligen Gastgeber ins Rennen. Die Stadt organisierte 1988 die Sommerspiele.
Südafrika wiederum könnte Geschichte schreiben. Noch nie fanden Olympische Sommerspiele auf dem afrikanischen Kontinent statt. Als mögliche Austragungsorte wurden unter anderem Kapstadt, Durban und Johannesburg diskutiert.
IOC prüft Sportstätten, Finanzen und Nachhaltigkeit
Die sieben Interessenten befinden sich im sogenannten kontinuierlichen Dialog mit dem IOC. Diese Phase ermöglicht die Entwicklung und Prüfung der Projekte ohne die vollständigen finanziellen Verpflichtungen einer endgültigen Kandidatur.
Im November 2026 präsentieren die Verantwortlichen ihre Konzepte virtuell vor der Future Host Commission.
Anschliessend folgen technische Machbarkeitsprüfungen. Bewertet werden unter anderem Sportstätten, Verkehrsinfrastruktur, Finanzierung, öffentliche Unterstützung, Menschenrechte und Nachhaltigkeit.
Im März 2027 entscheidet die IOC-Exekutive, welche Projekte in den strategischen Dialog aufgenommen werden.
Für diese nächste Phase müssen die Interessenten konkretere Antworten zu ihren Konzepten liefern und grundlegende rechtliche sowie finanzielle Garantien vorlegen.
Entscheidung erst im Jahr 2029
Das neue Vergabeverfahren soll den Interessenten mehr Planungssicherheit geben. Im Dezember 2028 will das IOC ausgewählte Projekte in den gezielten Dialog aufnehmen.
Erst danach folgt die abschliessende Prüfung mit umfassenden Garantien.
Die Wahl des Gastgebers ist für Mitte 2029 vorgesehen. Die IOC-Mitglieder entscheiden an einer Session über den Austragungsort.
Bis dahin bleibt genügend Zeit für Veränderungen innerhalb der Projekte. Einzelne Bewerber könnten ihre Austragungsregionen oder Konzepte nochmals anpassen.
Auch die Schweiz wartet auf eine Olympia-Entscheidung
Für die Schweiz ist das neue Vergabeverfahren besonders interessant. Das IOC befindet sich mit dem Projekt Switzerland 2038 in einem privilegierten Dialog über die Olympischen und Paralympischen Winterspiele.
Die Schweiz besitzt damit bis Ende 2027 eine besondere Ausgangslage, um ihr Konzept ohne direkte Konkurrenz weiterzuentwickeln.
Auch politisch ist das Projekt bereits vorangekommen. Der Nationalrat hat einen Bundesbeitrag von maximal 200 Millionen Franken unterstützt. Die Finanzierung der Schweizer Winterspiele 2038 benötigt allerdings noch weitere politische Entscheide.
Während für 2036 sieben Länder im Wettbewerb stehen, führt die Schweiz beim IOC derzeit exklusive Gespräche über die Winterspiele zwei Jahre später.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert