Patrick Fischer zieht gegen Vierjahressperre vor das CAS
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch swisshockey.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Patrick Fischer akzeptiert die vierjährige Sperre des Eishockey-Weltverbands IIHF nicht. Der frühere Schweizer Nationaltrainer zieht den Entscheid an den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne weiter. Fischer bestätigte den Rekurs gegenüber Keystone-SDA.
Die IIHF hatte den 51-Jährigen vergangene Woche für vier Jahre von ihren Wettbewerben ausgeschlossen. Hintergrund ist das gefälschte Covid-Zertifikat, mit dem Fischer 2022 an die Olympischen Winterspiele in Peking gereist war. Tätigkeiten als Klubtrainer sind von der IIHF-Sanktion nicht betroffen. Ob Swiss Sport Integrity in der Schweiz zusätzliche Konsequenzen zieht, ist weiterhin offen.
Damit erhält der Fall nun eine neue juristische Dimension. Über die ursprüngliche Vierjahressperre gegen Patrick Fischer hatten wir bereits berichtet. Nun muss sich der Internationale Sportgerichtshof mit der Frage beschäftigen, ob der von der IIHF ausgesprochene Ausschluss in dieser Form Bestand hat.
Fischer wehrt sich gegen das Strafmass
Dass Fischer den Entscheid nicht akzeptieren würde, hatte sich bereits abgezeichnet. Nach Medienberichten hält sein juristisches Umfeld insbesondere die Dauer der Sperre für unverhältnismässig. Der Rekurs richtet sich damit gegen eine Sanktion, die Fischer bis 2030 von Tätigkeiten bei IIHF-Wettbewerben ausschliessen würde.
Wie lange das Verfahren vor dem CAS dauert, ist derzeit nicht bekannt. Ebenso liegt bislang keine öffentlich bekannte Entscheidung darüber vor, ob die Sperre während des Rekursverfahrens in unveränderter Form vollzogen wird.
Für Fischers weitere Trainerkarriere ist der Ausgang von erheblicher Bedeutung. Zwar darf er nach dem IIHF-Entscheid grundsätzlich weiterhin einen Klub übernehmen. Eine Rückkehr auf die internationale Bühne mit einer Nationalmannschaft wäre während der Sperre jedoch ausgeschlossen.
Gefälschtes Zertifikat kostete Fischer bereits den Nati-Job
Ausgangspunkt der Affäre sind die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Fischer war damals mit einem Covid-Zertifikat nach China gereist, das ihm Impfungen bestätigte, die tatsächlich nicht erfolgt waren. Den gefälschten Nachweis hatte er zuvor beschafft, um die damaligen Einreisevoraussetzungen erfüllen zu können.
Die Staatsanwaltschaft Luzern verurteilte Fischer 2023 wegen Urkundenfälschung zu einer unbedingten Geldstrafe von 38’910 Franken. Öffentlich bekannt wurde der Fall allerdings erst im April 2026.
Kurz darauf trennte sich der Schweizerische Eishockeyverband vom langjährigen Nationaltrainer. Fischer hatte die Schweiz während mehr als eines Jahrzehnts geprägt und unter anderem zu drei WM-Silbermedaillen geführt. Seine Amtszeit endete damit wenige Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft in Zürich und Freiburg.
IIHF-Sperre bleibt für Klubjobs ohne direkte Wirkung
Die IIHF eröffnete nach Bekanntwerden des Falls ein eigenes Verfahren und sprach Anfang September die vierjährige Sperre aus. Diese betrifft den internationalen Verbandsbereich. Ein Engagement als Klubtrainer bleibt nach dem aktuellen Entscheid möglich.
Allerdings prüft Swiss Sport Integrity weiterhin, welche Auswirkungen der IIHF-Entscheid innerhalb der Schweiz haben könnte. Damit ist Fischers sportrechtliche Situation unabhängig vom CAS-Verfahren noch nicht in allen Punkten abschliessend geklärt.
Mit dem Rekurs ist nun zumindest klar, dass Fischer die vierjährige Sanktion nicht einfach hinnimmt. Der nächste Entscheid fällt nicht mehr beim Eishockey-Weltverband, sondern vor dem höchsten internationalen Sportschiedsgericht in Lausanne.
- Patrick Fischer hat den Rekurs gegen die vierjährige IIHF-Sperre bestätigt.
- Der Fall wird nun vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne beurteilt.
- Die IIHF-Sanktion läuft bis 2030 und betrifft internationale Verbandswettbewerbe.
- Klubtätigkeiten sind durch den aktuellen IIHF-Entscheid nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert