Petition gegen Alex Formenton – Fans fordern Oilers zum Rückzug auf

Die Verpflichtung von Alex Formenton sorgt bei den Edmonton Oilers für heftigen Widerstand. Eine Online-Petition fordert den NHL-Klub auf, den Einjahresvertrag mit dem ehemaligen Stürmer des HC Ambrì-Piotta wieder rückgängig zu machen. Bereits am Freitagmorgen hatten mehr als 19’000 Menschen die Petition unterzeichnet.

Gestartet wurde die Aktion von der langjährigen Oilers-Anhängerin Mary Loewen, die vielen Fans unter dem Namen «Mama Stanley» bekannt ist. Sie erklärt, den Klub nicht mehr unterstützen zu können, solange Formenton zum Kader gehört. Die Petition richtet sich ausdrücklich gegen die Personalentscheidung der Oilers und stellt den gerichtlichen Freispruch Formentons aus dem Jahr 2025 nicht infrage.

Edmonton hatte den 26-jährigen Kanadier am 9. September mit einem Einjahresvertrag über 850’000 US-Dollar ausgestattet. Damit kehrt Formenton nach mehreren Jahren in der Schweiz in die NHL zurück. Die Oilers hatten den Transfer Anfang der Woche offiziell bestätigt.

Petition fordert Ende der Zusammenarbeit

Die Forderung der Petition ist eindeutig. Edmonton und die Oilers Entertainment Group sollen alle rechtlich und vertraglich verfügbaren Möglichkeiten prüfen, um die Verpflichtung rückgängig zu machen und Formentons Zusammenarbeit mit dem Klub zu beenden.

Darüber hinaus verlangen die Initianten eine öffentliche Erklärung darüber, wie die Entscheidung zur Verpflichtung zustande kam. Für zukünftige Transfers sollen nach ihrem Willen klarere Standards entwickelt werden, die auch die Perspektive von Betroffenen berücksichtigen.

Besonders hervorgehoben wird in der Petition, dass Formenton im Strafverfahren freigesprochen wurde. Die Initianten erklären ausdrücklich, weder dieses Urteil infrage zu stellen noch Formenton als strafrechtlich schuldig zu bezeichnen.

Formenton gehörte zu fünf ehemaligen Spielern der kanadischen Junioren-Nationalmannschaft, die im Zusammenhang mit Ereignissen nach einer Hockey-Canada-Veranstaltung im Jahr 2018 angeklagt worden waren. Im Juli 2025 wurden alle fünf Spieler freigesprochen.

Oilers verteidigen ihre Entscheidung

Edmonton hält bislang an der Verpflichtung fest. Der Klub erklärte gegenüber Fans, vor der Vertragsunterzeichnung einen umfangreichen Prüfprozess durchgeführt zu haben. Dabei seien unter anderem das Gerichtsverfahren, die Entscheidungen der NHL und von Hockey Canada sowie weitere verfügbare Informationen berücksichtigt worden.

Die Verantwortlichen hätten zudem direkt mit Formenton und weiteren Personen gesprochen. Anschliessend sei der Klub zum Schluss gekommen, ihm die Möglichkeit zu geben, seine NHL-Karriere in Edmonton fortzusetzen.

Auch von Seiten der NHL gibt es derzeit kein weiteres Hindernis. Formenton war von der Liga bereits wieder für einen Einsatz zugelassen worden. Ein unabhängiges Berufungsgremium von Hockey Canada kam zwar zum Schluss, dass die beteiligten Spieler gegen den Verhaltenskodex des Verbandes verstossen hatten. Formenton war jedoch als einziger der fünf Spieler unmittelbar wieder für Hockey-Canada-Programme zugelassen worden.

Drei Saisons in Ambrì

In der Schweiz ist Formenton vor allem durch seine Zeit beim HC Ambrì-Piotta bekannt. Für die Tessiner absolvierte der schnelle Flügelstürmer über drei Spielzeiten insgesamt 88 Partien und erzielte dabei 33 Tore sowie 19 Assists.

Zuvor hatte er bereits 109 NHL-Spiele für die Ottawa Senators bestritten und dabei 23 Tore und 16 Assists gesammelt. Seine bislang letzte NHL-Saison war 2021/22.

Sportlich eröffnet ihm der Vertrag in Edmonton nun die Chance auf ein Comeback auf höchstem Niveau. Gleichzeitig zeigt die schnell gewachsene Petition, dass seine Verpflichtung ausserhalb des Eises weiterhin kontrovers diskutiert wird.

Die Oilers stehen damit wenige Tage vor Beginn des Trainingscamps nicht nur vor sportlichen Fragen. Auch der öffentliche Umgang mit der Verpflichtung Formentons dürfte den Klub weiter beschäftigen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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