Portugal suspendiert Cristiano Ronaldo – Verfahren eröffnet
von belmedia Redaktion Allgemein Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch Nations League News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Cristiano Ronaldo ist vom portugiesischen Fussballverband FPF vorläufig suspendiert worden. Der Disziplinarrat hat gegen den 41-jährigen Nationalmannschaftskapitän ein offizielles Verfahren eröffnet. Hintergrund ist Ronaldos eigenmächtige Abreise aus dem Nationalteam am 30. September nach einem Streit mit Nationaltrainer Jorge Jesus. Die Untersuchung wurde als dringlich eingestuft und könnte weitreichende Folgen für Ronaldos Zukunft in der Nationalmannschaft haben.
Der Disziplinarrat beschloss die Verfahrenseröffnung am 9. Oktober. Einen Tag später wurde der Fall an die Untersuchungskommission des Verbandes weitergeleitet. Ronaldo unterlag nach seiner Abreise bereits einer automatischen vorläufigen Sperre. Diese wurde nun durch eine ausdrücklich angeordnete vorsorgliche Suspendierung ersetzt. Die endgültige Sanktion steht noch aus.
Die Entscheidung trifft Portugals Rekordnationalspieler in einer heiklen Phase. Ronaldo hatte sich für seine Abreise entschuldigt, Nationaltrainer Jorge Jesus aber gleichzeitig vorgeworfen, persönliche Absprachen nicht eingehalten zu haben. Verbandspräsident Pedro Proença spricht sich inzwischen für eine Rückkehr des Captains aus. Über die sportlichen Konsequenzen entscheidet jedoch das laufende Disziplinarverfahren.
Der portugiesische Verband greift durch
Der Disziplinarrat der Federação Portuguesa de Futebol hat die Konsequenzen aus Ronaldos Abreise aus dem Nationalmannschaftslager gezogen.
Die Entscheidung zur Verfahrenseröffnung fiel am Freitag, 9. Oktober. Am Samstag wurde der Fall an die zuständige Untersuchungskommission weitergeleitet.
Der Verband ordnete ausdrücklich die Fortsetzung der vorläufigen Suspendierung an. Bis zum Abschluss der Ermittlungsphase bleiben die Untersuchungsergebnisse vertraulich.
Für Ronaldo bedeutet dies, dass er vorerst nicht für die portugiesische Nationalmannschaft eingesetzt werden kann.
Der Streit begann auf der Ersatzbank
Ausgangspunkt der Auseinandersetzung war das Nations-League-Spiel Portugals in Norwegen am 27. September.
Ronaldo sass beim 2:1-Auswärtssieg während der gesamten Begegnung auf der Ersatzbank.
Nach seiner Darstellung hatte Jorge Jesus ihm einen Einsatz von ungefähr 30 Minuten zugesichert. Ronaldo begann deshalb bereits zur Halbzeit mit dem Aufwärmen.
Doch der Trainer wechselte seinen Captain nicht ein.
Ronaldo reagierte enttäuscht und verzichtete nach dem Schlusspfiff darauf, sich gemeinsam mit seinen Mitspielern bei den portugiesischen Anhängern zu bedanken.
Ronaldo wirft Jorge Jesus Wortbruch vor
Nach der Partie suchten Ronaldo, Jesus und Vertreter des portugiesischen Nationalteams das Gespräch.
Dabei sollten die unterschiedlichen Erwartungen geklärt werden. Ronaldo behauptet, dass eine gemeinsame öffentliche Erklärung mit mehreren abgestimmten Punkten vorgesehen gewesen sei.
Als Jesus anschliessend vor die Medien trat, fühlte sich der Superstar erneut hintergangen.
Der Konflikt eskalierte, und Ronaldo verliess am 30. September das Trainingslager in Kopenhagen.
In einer ausführlichen Stellungnahme schilderte der Stürmer später seine Sicht der Ereignisse. Die Vorwürfe gegen Jorge Jesus betreffen insbesondere die angeblich gebrochenen Absprachen über seine Einsatzzeiten und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Entschuldigung bei den Fans und Mitspielern
Ronaldo übernahm in seiner Erklärung zugleich Verantwortung für das Verlassen der Mannschaft.
Er räumte ein, dass die eigenmächtige Abreise nicht die richtige Entscheidung gewesen sei, und entschuldigte sich bei seinen Mitspielern sowie den portugiesischen Anhängern.
Dabei betonte er, dass seine Stellung als Captain keinen Sonderstatus bei einer disziplinarischen Beurteilung rechtfertige.
Eine Rückkehr zur Nationalmannschaft schloss er ausdrücklich nicht aus.
Auch seine sportliche Karriere bei Al-Nassr läuft weiter. Am Freitag erzielte Ronaldo beim 3:0 gegen Diriyah sein 980. Karrieretor.
Pedro Proença will Ronaldo zurückholen
Am Samstag äusserte sich auch Verbandspräsident Pedro Proença zur Situation.
Der FPF-Präsident bezeichnete den Konflikt als Missverständnis und machte deutlich, dass er Ronaldo weiterhin in der Nationalmannschaft sehen möchte.
Gleichzeitig verwies Proença auf die Unabhängigkeit des Disziplinarrats. Dieser muss entscheiden, welche Konsequenzen Ronaldos Verhalten nach sich zieht.
Die politische Führung des Verbandes und die zuständigen Disziplinarorgane verfolgen damit unterschiedliche Aufgaben: Während Proença eine Versöhnung anstrebt, läuft die rechtliche Aufarbeitung weiter.
Nationalmannschaft vor wichtigen Entscheidungen
Portugal hat seine bisherigen Nations-League-Aufgaben auch ohne Ronaldo erfolgreich bestritten.
Beim 4:2 gegen Dänemark überzeugte insbesondere die Offensive um Gonçalo Ramos, João Félix und Vitinha.
Sportlich verfügt Jorge Jesus damit über Alternativen. Dennoch besitzt Ronaldo als langjähriger Captain und Rekordspieler eine aussergewöhnliche Bedeutung für die Mannschaft.
Mit Blick auf die nächsten internationalen Begegnungen dürfte die Dauer des Verfahrens entscheidend werden.
Für Ronaldo geht es dabei nicht nur um einzelne Länderspiele. Die Auseinandersetzung berührt auch seine Rolle innerhalb der Nationalmannschaft und das Verhältnis zu Jorge Jesus.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert