Ronaldo gewinnt Ballon-d’Or-Fanwahl – bezahlte Stimmen sorgen für Kritik
von belmedia Redaktion Allgemein Amerika Europa Fussball International Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Cristiano Ronaldo hat eine besondere Fan-Abstimmung zum 70-jährigen Bestehen des Ballon d’Or gewonnen. Sein erster Triumph aus dem Jahr 2008 wurde von den Teilnehmern zur bedeutendsten Ballon-d’Or-Auszeichnung aller Zeiten gewählt – vor Lionel Messis Erfolg von 2012. Doch die Wahl sorgt für Diskussionen: Jede Stimme kostete einen Euro, und Mehrfachabstimmungen waren ausdrücklich erlaubt. Auch Ronaldos anschliessender Instagram-Beitrag löst Kritik aus.
Die Organisatoren veröffentlichten das Ergebnis am Mittwoch, 28. Oktober 2026. Ronaldo setzte sich mit seiner herausragenden Saison bei Manchester United durch, in der er die Champions League und die englische Meisterschaft gewonnen hatte. Auf Platz zwei landete Lionel Messi mit seiner Rekordsaison 2012, gefolgt von Ronaldos Ballon-d’Or-Triumph 2017 bei Real Madrid.
Das Ergebnis liefert neuen Gesprächsstoff für den langjährigen Vergleich zwischen Messi und Ronaldo, der auch in der Schweiz zahlreiche Fussballfans beschäftigt. Allerdings wurde kein sechster offizieller Ballon d’Or an den Portugiesen vergeben. Die Abstimmung bewertet die Beliebtheit einzelner ausgezeichneter Spielzeiten und lässt wegen der kostenpflichtigen Mehrfachstimmen keine repräsentative Aussage über den besten Fussballer der Geschichte zu.
Ronaldos Traumjahr 2008 überzeugt die Fans
Die Abstimmung stand unter dem Namen B.O.A.T., kurz für Ballon d’Or of All Time.
Zur Auswahl standen zehn Fussballlegenden, die den Ballon d’Or mehrfach gewonnen hatten. Gewählt wurden nicht einfach die Spieler, sondern ihre einzelnen ausgezeichneten Jahre.
Ronaldo setzte sich mit seinem ersten Ballon d’Or von 2008 durch. Damals erzielte er für Manchester United 42 Tore in 49 Pflichtspielen, darunter 31 Treffer in der Premier League.
Neben der englischen Meisterschaft gewann er auch die Champions League. Beim Finalsieg gegen Chelsea erzielte er den Treffer für Manchester United.
Messi und Ronaldo dominieren die Rangliste
Das Ergebnis zeigt die aussergewöhnliche Popularität der beiden langjährigen Rivalen.
Die ersten zwölf Plätze gehen ausschliesslich an Ballon-d’Or-Jahrgänge von Ronaldo und Messi.
Erst auf Rang 13 folgt mit dem Brasilianer Ronaldo Nazário, ausgezeichnet im Jahr 2002, ein anderer Spieler.
Weitere ehemalige Weltstars wie Johan Cruyff, Michel Platini, Marco van Basten und Franz Beckenbauer landen deutlich dahinter.
Ein Euro pro Stimme – auch mehrfach
Die Abstimmungsregeln stehen im Mittelpunkt der Kritik.
Wer teilnehmen wollte, musste einen Euro bezahlen. Dafür erhielten die Teilnehmer eine historische Aufnahme des ersten Ballon d’Or von 1956 und nahmen an einer Verlosung von Eintrittskarten für die nächste Preisverleihung teil.
Es gab keine Beschränkung auf eine Stimme pro Person.
Nach offiziellen Angaben gaben 5009 Teilnehmer mehr als eine Stimme ab. Davon stimmten 4665 Personen zwei- bis viermal, weitere 300 zwischen fünf- und neunmal.
Besonders auffällig: 44 Personen beteiligten sich sogar zwischen zehn- und 26-mal.
Damit konnten besonders engagierte Anhänger das Ergebnis durch zusätzliche Zahlungen stärker beeinflussen.
Ronaldos Instagram-Beitrag sorgt für Diskussionen
Der 41-jährige Portugiese reagierte nach der Bekanntgabe mit einem Instagram-Beitrag.
Er veröffentlichte eine Aufnahme seines Ballon-d’Or-Triumphs von 2008 und bedankte sich bei seinen Anhängern. Der Fussball gehöre den Fans, und der beste Ballon d’Or aller Zeiten sei auch deren Erfolg, erklärte er sinngemäss.
Die Reaktion sorgte für Diskussionen, weil einige Anhänger die Fanwahl als zusätzlichen offiziellen Titel interpretierten.
Die Organisatoren hatten bereits vor Bekanntgabe des Ergebnisses klargestellt, dass die Initiative keine neue Trophäe darstellt.
Die Abstimmung ist somit eine Würdigung der Fussballgeschichte durch Fans – keine zusätzliche sportliche Auszeichnung.
Die Rivalität geht weiter
Die Diskussion um Ronaldo und Messi dürfte auch durch das neue Ergebnis nicht beendet werden.
Messi hält mit acht Ballons d’Or weiterhin den offiziellen Rekord. Ronaldo gewann fünf dieser Auszeichnungen.
Während sich der Portugiese 2008 mit seiner erfolgreichsten Manchester-United-Saison durchsetzte, erzielte Messi im Kalenderjahr 2012 unglaubliche 91 Pflichtspieltore für Barcelona und Argentinien.
Beide Leistungen haben ihren festen Platz in der Geschichte des Weltfussballs.
Die neue Fanwahl zeigt vor allem, wie unterschiedlich Fans historische Erfolge bewerten und wie stark sich Anhängergemeinschaften für ihre Idole mobilisieren lassen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert