Russell muss in Singapur von ganz hinten starten

George Russell erhält beim Formel-1-Grand-Prix von Singapur den nächsten schweren Rückschlag. Nach seinem Ausfall in Sepang muss Mercedes Komponenten der Antriebseinheit wechseln, womit der Brite das erlaubte Saisonkontingent überschreitet. Teamchef Toto Wolff bestätigte, dass Russell den Grand Prix am Sonntag vom Ende der Startaufstellung in Angriff nehmen muss.

Der Defekt traf Russell beim Bahrain-GP in Malaysia besonders hart: Wenige Runden vor Schluss lag er auf Kurs zu Rang drei, musste seinen Mercedes während einer Safety-Car-Phase aber mit einem Problem an der Power Unit abstellen. Weil die beschädigte Einheit nicht weiterverwendet werden kann, zieht Mercedes den ursprünglich für einen späteren Zeitpunkt geplanten Motorwechsel vor. Die genaue Anzahl der ausgetauschten Komponenten entscheidet über das formelle Strafmass, Mercedes geht jedoch bereits von einem Start am Ende des Feldes aus.

Auch im WM-Kampf sind die Folgen erheblich. Russell liegt nach seinem Nuller in Sepang mit 236 Punkten bereits 84 Zähler hinter Teamkollege Kimi Antonelli, der mit 320 Punkten führt. In Singapur wartet zudem ausgerechnet ein enger Stadtkurs, auf dem Überholmanöver schwieriger sind als auf vielen permanenten Rennstrecken. Die Strafe gilt allerdings nur für den Grand Prix am Sonntag – im Sprint am Samstag kann Russell normal um Punkte kämpfen.

Podium geht wenige Runden vor Schluss verloren

Russell hatte in Sepang lange auf Rang drei gelegen. Mercedes-Teamkollege Antonelli befand sich vor ihm auf dem zweiten Platz, während Max Verstappen das Rennen anführte.

Während einer späten Safety-Car-Phase musste Russell seinen Wagen jedoch am Ausgang der Boxengasse abstellen. Mercedes bestätigte anschliessend ein Problem an der Antriebseinheit.

Statt der erwarteten 15 Punkte für Rang drei blieb Russell damit ohne Zähler. Antonelli wurde Zweiter und baute seine WM-Führung weiter aus.

Für Russell war es bereits der dritte Grand Prix der Saison ohne Punkte durch einen Ausfall. Besonders schmerzhaft: Auch beim Kanada-GP hatte ihn ein Problem an der Power Unit aus aussichtsreicher Position gestoppt.

Mercedes muss Motorwechsel vorziehen

Eigentlich wollte Mercedes mit dem nächsten Motorwechsel noch warten.

Der Hersteller plant im Rahmen der von der FIA zugelassenen zusätzlichen Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten weitere Veränderungen an der Power Unit. Russell hätte möglichst erst später von einer entsprechenden neuen Spezifikation profitieren sollen.

Nach dem Schaden von Sepang bleibt dem Team nun jedoch keine Wahl.

Durch zusätzliche Komponenten überschreitet Russell sein Saisonkontingent. Das Reglement sieht dafür eine Rückversetzung vor. Mercedes geht davon aus, dass die Summe der Strafen den Briten unabhängig vom Qualifying-Ergebnis ans Ende des Feldes befördert.

Singapur macht die Aufgabe besonders schwierig

Auf dem Marina Bay Street Circuit ist diese Ausgangslage besonders unangenehm.

Die Strecke ist eng, die Mauern stehen unmittelbar neben der Fahrbahn und Überholen ist erheblich schwieriger als beispielsweise in Monza. Gleichzeitig müssen die Fahrer Reifen und Bremsen auf dem Stadtkurs präzise managen.

Dass eine Aufholjagd mit einem schnellen Mercedes grundsätzlich möglich ist, hat ausgerechnet Antonelli bereits gezeigt. Der Italiener startete in Monza nach einer Motorenstrafe aus der letzten Startreihe und gewann das Rennen. SportAktuell hat die spektakuläre Aufholjagd Antonellis vom Ende des Feldes bis zum Sieg ausführlich aufgearbeitet.

Singapur bietet dafür allerdings deutlich weniger Überholmöglichkeiten.

Russell bleibt im Sprint ohne Strafe

Immerhin bekommt Russell bereits am Samstag eine Chance auf WM-Punkte.

Singapur ist das letzte Sprint-Wochenende der Saison. Die Motorenstrafe wird erst auf die Startaufstellung des Grand Prix angewendet und betrifft den Sprint nicht.

Das Sprint-Qualifying findet am Freitagabend statt, der Sprint folgt am Samstag. Anschliessend wird im regulären Qualifying die Startreihenfolge für den Grand Prix ermittelt.

Der Grand Prix über 62 Runden startet am Sonntag um 20.00 Uhr Ortszeit.

Für Russell geht es damit nicht nur um Schadensbegrenzung in Singapur. Nach inzwischen 84 Punkten Rückstand auf Antonelli wird jeder weitere Nuller im Kampf um die Weltmeisterschaft immer schwerer zu kompensieren.

🏎️ RUSSELLS SCHWIERIGE AUSGANGSLAGE

  • Mercedes muss nach dem Power-Unit-Defekt von Sepang zusätzliche Komponenten einsetzen.
  • Russell wird deshalb den Singapur-Grand-Prix am Sonntag vom Ende der Startaufstellung beginnen.
  • Die Strafe betrifft den Sprint am Samstag nicht.
  • Russell liegt in der Fahrer-WM 84 Punkte hinter Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli.
📊FORMEL 1 – FAHRER-WM 2026
Rang / Fahrer Team Pkt.
1. Kimi Antonelli Mercedes 320
2. George Russell Mercedes 236
3. Lewis Hamilton Ferrari 214
4. Charles Leclerc Ferrari 191
5. Lando Norris McLaren 188
6. Max Verstappen Red Bull Racing 188
7. Oscar Piastri McLaren 128
8. Isack Hadjar Red Bull Racing 96
9. Liam Lawson Racing Bulls 65
10. Pierre Gasly Alpine 41
11. Arvid Lindblad Racing Bulls 38
12. Franco Colapinto Alpine 27
13. Oliver Bearman Haas 20
14. Gabriel Bortoleto Audi 10
15. Nico Hülkenberg Audi 7
16. Esteban Ocon Haas 7
17. Fernando Alonso Aston Martin 7
18. Carlos Sainz Williams 7
19. Alexander Albon Williams 5
20. Yuki Tsunoda Racing Bulls 1
21. Lance Stroll Aston Martin 0
22. Valtteri Bottas Cadillac 0
23. Sergio Pérez Cadillac 0

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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