Sölden: Moltzan (32) feiert ersten Weltcupsieg – Camille Rast verpasst Podest

Die 32-jährige Paula Moltzan sorgt beim Weltcupauftakt in Sölden für eine Überraschung. Die Amerikanerin gewinnt am Samstag, 24. Oktober 2026, den Riesenslalom der Frauen und feiert im 149. Weltcuprennen ihren ersten Sieg. Lara Colturi aus Albanien wird mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand Zweite, während die Deutsche Emma Aicher das Podest komplettiert.

Für die Schweizerinnen endet der Saisonauftakt ohne Podestplatz. Camille Rast liegt nach dem ersten Durchgang noch auf Rang drei, fällt bei schwieriger werdenden Sichtverhältnissen aber auf den sechsten Schlussrang zurück. Mit Wendy Holdener, Simone Wild, Stefanie Grob und Vanessa Kasper schaffen es vier weitere Schweizerinnen in die Weltcuppunkte.

Das Rennen auf dem Rettenbachgletscher entwickelt sich zu einem spannenden Auftakt in den Skiwinter 2026/27. Neuschnee verzögert zunächst den Start, später verändern Schneefall und schlechtere Sicht die Bedingungen im zweiten Lauf. Besonders die zur Halbzeit führende Mikaela Shiffrin verliert dadurch entscheidende Zeit.

SPORTAKTUELL.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Rennen: Riesenslalom der Frauen, Sölden (Österreich).
Datum: Samstag, 24. Oktober 2026.
Siegerin: Paula Moltzan (USA), 2:14,82 Minuten.
2. Platz: Lara Colturi (Albanien), +0,01 Sekunden.
3. Platz: Emma Aicher (Deutschland), +0,52 Sekunden.
Beste Schweizerin: Camille Rast auf Rang sechs (+0,81 Sekunden).
Schweizer Bilanz: Fünf Fahrerinnen in den Weltcuppunkten.
Was das bedeutet
Paula Moltzan gelingt mit 32 Jahren der erste Weltcupsieg ihrer Karriere. Die Amerikanerin verbessert sich im zweiten Durchgang von Rang fünf auf den ersten Platz. Camille Rast verpasst zwar das Podest, erzielt aber ihr bisher bestes Resultat beim Weltcupauftakt in Sölden.

Moltzan überrascht mit ihrem ersten Weltcupsieg

Paula Moltzan gehört seit mehreren Jahren zur erweiterten Weltspitze im alpinen Skisport. Trotz zahlreicher Podestplätze hatte die Amerikanerin bislang noch kein Weltcuprennen gewonnen.

In Sölden gelingt ihr nun der entscheidende Durchbruch.

Nach dem ersten Lauf liegt die 32-Jährige mit 59 Hundertstelsekunden Rückstand auf dem fünften Zwischenrang. Im zweiten Durchgang nutzt sie die Bedingungen geschickt und setzt sich mit einer Gesamtzeit von 2:14,82 Minuten an die Spitze.

Besonders bemerkenswert ist der Erfolg auch wegen eines Materialwechsels. Moltzan bestreitet ihr erstes Weltcuprennen mit Skiern der Marke Van Deer und gewinnt auf Anhieb.

Für die Amerikanerin ist es im 149. Weltcuprennen der erste Sieg.

Eine Hundertstelsekunde entscheidet über den Sieg

Die Entscheidung auf dem Rettenbachgletscher fällt denkbar knapp aus.

Lara Colturi, die für Albanien startet, zeigt ebenfalls einen starken zweiten Lauf. Die junge Rennfahrerin verbessert sich vom sechsten Zwischenrang auf den zweiten Platz.

Im Ziel fehlen ihr lediglich 0,01 Sekunden zum Sieg.

Damit verpasst Colturi den ersten Weltcupsieg für den albanischen Skiverband um den kleinstmöglichen messbaren Zeitunterschied.

Emma Aicher sorgt als Dritte für einen weiteren bemerkenswerten Erfolg. Die 22-jährige Deutsche liegt nach dem ersten Durchgang noch auf Rang neun und arbeitet sich mit einer überzeugenden Fahrt auf das Podest vor.

Für Aicher ist es der erste Weltcup-Podestplatz im Riesenslalom. Damit hat sie nun in sämtlichen alpinen Disziplinen mindestens einmal einen Podestplatz erreicht.

Camille Rast verliert Podestplatz im zweiten Lauf

Aus Schweizer Sicht richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf Camille Rast.

Die Walliserin zeigt im ersten Durchgang eine starke Leistung und reiht sich mit 37 Hundertstelsekunden Rückstand auf die führende Mikaela Shiffrin auf Rang drei ein.

Damit besitzt Rast eine ausgezeichnete Ausgangslage für den zweiten Lauf.

Im entscheidenden Durchgang verschlechtern sich allerdings die Sichtverhältnisse. Rast kann ihre Position nicht verteidigen und verliert drei Plätze.

Mit insgesamt 81 Hundertstelsekunden Rückstand beendet sie das Rennen auf dem sechsten Schlussrang.

Auf die drittplatzierte Emma Aicher fehlen ihr 29 Hundertstelsekunden.

Trotz der verpassten Podestchance ist das Ergebnis ein positiver Saisonauftakt. Erstmals erreicht Rast beim Weltcup-Riesenslalom in Sölden eine Platzierung unter den besten zehn Fahrerinnen.

Mikaela Shiffrin fällt von Rang eins auf sieben zurück

Zu den grossen Verliererinnen des zweiten Durchgangs gehört Mikaela Shiffrin.

Die Amerikanerin zeigt im ersten Lauf ihre Klasse und übernimmt mit 1:07,27 Minuten die Führung. Hinter ihr folgen Sara Hector aus Schweden und Camille Rast.

Doch im zweiten Durchgang verändern sich die Verhältnisse.

Schlechtere Sicht und Schneefall erschweren die Fahrt insbesondere für die zuletzt startenden Athletinnen.

Shiffrin kann ihren Vorsprung nicht halten. Sie verliert deutlich Zeit und fällt auf Rang sieben zurück.

Auch Sara Hector muss mehrere Positionen abgeben. Die Schwedin beendet das Rennen auf dem vierten Platz, unmittelbar vor der Italienerin Asja Zenere.

Damit stehen am Ende drei Fahrerinnen auf dem Podest, die nach dem ersten Lauf noch ausserhalb der besten drei klassiert waren.

Wendy Holdener verbessert sich um sieben Plätze

Neben Camille Rast erreichen vier weitere Schweizerinnen den zweiten Durchgang.

Wendy Holdener startet von Zwischenrang 27 in die Entscheidung. Die Schwyzerin verbessert sich mit einer soliden Fahrt um sieben Positionen und beendet den Riesenslalom auf Rang 20.

Ihr Rückstand auf Siegerin Moltzan beträgt 1,92 Sekunden.

Simone Wild klassiert sich mit 2,10 Sekunden Rückstand auf Platz 24.

Stefanie Grob erreicht Rang 25 (+2,15 Sekunden), während Vanessa Kasper mit 2,79 Sekunden Rückstand auf Platz 28 fährt.

Damit sammeln insgesamt fünf Schweizerinnen beim ersten Weltcuprennen der Saison Punkte.

Nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren sich Dania Allenbach (33.), Sue Piller (44.), Corinne Suter (50.), Shaienne Zehnder (53.) und Sina Fausch (56.).

Besonders knapp scheitert Dania Allenbach: Der Schweizerin fehlen lediglich sechs Hundertstelsekunden für die Qualifikation zum zweiten Lauf.

Julia Scheib stürzt – Petra Vlhova gibt Comeback

Der Saisonauftakt bringt auch abseits des Podests bemerkenswerte Geschichten.

Die Österreicherin Julia Scheib, Gewinnerin der Riesenslalom-Kristallkugel aus der vergangenen Saison, scheidet bereits im ersten Lauf aus.

Die 28-Jährige ist zunächst mit sehr schnellen Zwischenzeiten unterwegs, verliert im Steilhang jedoch die Kontrolle und stürzt.

Nach dem Zwischenfall kann Scheib im Zielraum Entwarnung geben.

Eine erfreuliche Rückkehr erlebt dagegen Petra Vlhova.

Die Slowakin bestreitet nach einer langen Verletzungspause von 1008 Tagen erstmals wieder ein Weltcuprennen.

Vlhova erreicht den zweiten Durchgang und beendet das Rennen auf Rang 23.

Für die frühere Gesamtweltcupsiegerin ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in den internationalen Spitzensport.

Neuschnee verzögert den Saisonauftakt

Bereits vor dem ersten Lauf müssen die Organisatoren auf die Wetterbedingungen reagieren.

In der Nacht fällt auf dem Rettenbachgletscher Neuschnee. Zusätzliche Pistenarbeiten werden notwendig, weshalb sich der Rennstart um rund 30 Minuten verzögert.

Während des ersten Durchgangs herrschen noch vergleichsweise gute Sichtverhältnisse.

Im zweiten Lauf setzt zunehmend Schneefall ein. Die schlechtere Sicht erschwert den Fahrerinnen die Orientierung auf der anspruchsvollen Strecke.

Die wechselnden Bedingungen tragen dazu bei, dass sich die Rangliste im entscheidenden Durchgang deutlich verändert.

So geht es im Ski-Weltcup weiter

Nach dem Riesenslalom in Sölden folgt für die Spezialistinnen dieser Disziplin eine mehrwöchige Pause.

Das nächste Riesenslalomrennen der Frauen ist für den 28. November 2026 in Killington in den USA vorgesehen.

Zuvor stehen zwei Slalomrennen auf dem Programm.

Am 14. November beginnt die Slalomsaison in Levi in Finnland. Eine Woche später, am 21. November, folgt das Rennen in Gurgl in Österreich.

Für Camille Rast und Wendy Holdener bieten sich damit bereits im November weitere Gelegenheiten, im Kampf um die Weltcuppunkte und Podestplätze anzugreifen.

RENNERGEBNIS
Riesenslalom Sölden 2026 – Frauen
24. Oktober 2026 · Endstand nach zwei Läufen
Rang Fahrerin / Nation Zeit / Rückstand
1. Paula Moltzan (USA) 2:14,82
2. Lara Colturi (ALB) +0,01
3. Emma Aicher (GER) +0,52
4. Sara Hector (SWE) +0,63
5. Asja Zenere (ITA) +0,72
6. Camille Rast (SUI) +0,81
7. Mikaela Shiffrin (USA) +0,83
8. Alice Robinson (NZL) +1,01
9. Franziska Gritsch (AUT) +1,12
9. Maryna Gasienica-Daniel (POL) +1,12
20. Wendy Holdener (SUI) +1,92
24. Simone Wild (SUI) +2,10
25. Stefanie Grob (SUI) +2,15
28. Vanessa Kasper (SUI) +2,79
Schweizer Bilanz: Camille Rast erreicht als beste Schweizerin Rang sechs. Insgesamt fünf Schweizerinnen sammeln Weltcuppunkte. Der Sieg geht mit nur einer Hundertstelsekunde Vorsprung an Paula Moltzan.

 

Quelle: SRF Sport / ORF Sport / Sportschau / belmedia-Redaktion
Titelbild: Symbolbild © istorsvetlana – shutterstock.com

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