Weltrekord in Zürich: Dos Santos schreibt Geschichte

Weltklasse Zürich macht seinem Namen einmal mehr alle Ehre: Alison dos Santos hat am Donnerstagabend im Letzigrund einen neuen Weltrekord über 400 Meter Hürden aufgestellt. Der Brasilianer lief unglaubliche 45,80 Sekunden und verbesserte damit die bisherige Bestmarke von Karsten Warholm. Für Zürich ist es bereits der 26. Weltrekord in der traditionsreichen Geschichte des Meetings.

Dos Santos lieferte im Letzigrund ein nahezu perfektes Rennen. Bereits nach der Hälfte der Strecke hatte der Brasilianer einen Teil der Vorgabe auf Warholm aufgeholt und zog auf der Zielgeraden entscheidend davon. Die Uhr blieb bei 45,80 Sekunden stehen.

Damit war dos Santos 14 Hundertstelsekunden schneller als Warholms bisheriger Weltrekord von 45,94 Sekunden, den der Norweger bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio aufgestellt hatte. Warholm wurde in Zürich in starken 46,69 Sekunden Zweiter. Der neue Weltrekord muss noch das übliche Ratifizierungsverfahren von World Athletics durchlaufen.

Zürich wartet 17 Jahre auf diesen Moment

Der Rekord passt perfekt zur aussergewöhnlichen Geschichte von Weltklasse Zürich. Vor dem Meeting 2026 waren im Rahmen des traditionsreichen Leichtathletik-Anlasses bereits 25 Weltrekorde aufgestellt worden. Dos Santos macht daraus nun Nummer 26.

Der letzte Weltrekord im Letzigrund lag bereits 17 Jahre zurück. 2009 überquerte Jelena Isinbayeva im Stabhochsprung 5,06 Meter und verbesserte ihre eigene damalige Bestmarke um einen Zentimeter.

Wie hochkarätig das diesjährige Meeting besetzt war, zeigte sich bereits vor dem Start. Ein aktueller Belmedia-Bericht hatte die internationale Leichtathletik-Elite bei Weltklasse Zürich 2026 und das umfangreiche Programm im Hauptbahnhof sowie im Letzigrund vorgestellt.

Armin Hary schrieb 1960 Geschichte

Zu den berühmtesten Zürcher Weltrekorden gehört bis heute der Lauf von Armin Hary. Der Deutsche lief 1960 im Letzigrund über 100 Meter als erster Mensch offiziell 10,0 Sekunden. Kurioserweise hatte Hary diese Zeit bereits zuvor erreicht, doch der erste Lauf wurde wegen eines Fehlstarts nicht anerkannt. Im Wiederholungslauf gelang ihm die historische Marke erneut.

Auch andere Leichtathletik-Legenden nutzten Zürich für historische Leistungen. 1981 durchbrach Renaldo Nehemiah über 110 Meter Hürden mit 12,93 Sekunden erstmals die 13-Sekunden-Grenze. Am selben Abend stellte Sebastian Coe über die Meile ebenfalls einen Weltrekord auf.

Dos Santos löst Warholm ab

Nun reiht sich auch Alison dos Santos in diese prominente Liste ein. Der Brasilianer, Weltmeister von 2022, gehörte schon seit Jahren zu den schnellsten 400-Meter-Hürdenläufern der Geschichte. In Zürich gelang ihm nun der grosse Durchbruch.

Besonders bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Warholm im selben Rennen stand. Der Norweger hatte die Disziplin mit seinem 45,94-Sekunden-Lauf in Tokio auf ein neues Niveau gehoben. Fünf Jahre später wurde diese Marke im Letzigrund übertroffen.

Damit hat Zürich nach langer Wartezeit wieder einen Weltrekord. Und der Abend vom 27. August 2026 dürfte künftig zu jenen Momenten gehören, die in der fast hundertjährigen Geschichte von Weltklasse Zürich immer wieder erzählt werden.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild

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