Zürich will Leichtathletik-EM 2034 – Swiss Athletics und Weltklasse bündeln Kräfte
von belmedia Redaktion Allgemein Leichtathletik Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Zürich Ⳇ Verbreitung
Die Schweiz nimmt einen neuen Anlauf für die Leichtathletik-Europameisterschaften 2034. Swiss Athletics und Weltklasse Zürich wollen die Titelkämpfe gemeinsam in die Limmatstadt holen. Am Freitag, 23. Oktober 2026, bekräftigten beide Organisationen ihre Pläne für eine Kandidatur.
Verbandspräsident Christoph Seiler erneuerte das Interesse an der EM während einer Versammlung des europäischen Leichtathletikverbandes in Lausanne. Bevorzugt wird eine Austragung innerhalb eines grösseren Multisport-Anlasses mit weiteren Europameisterschaften in der Schweiz. Die Vergabe der Leichtathletik-EM 2034 wird frühestens für das Jahr 2030 erwartet.
Für Zürich wäre es die Rückkehr der kontinentalen Titelkämpfe nach 20 Jahren. Bereits 2014 hatte die Stadt eine erfolgreiche Europameisterschaft im Letzigrund organisiert. Nun wollen die Verantwortlichen an diese Erfahrungen anknüpfen und der Schweizer Leichtathletik einen weiteren Entwicklungsschub ermöglichen.
Swiss Athletics und Weltklasse Zürich verfolgen gemeinsames Ziel
Die Verantwortlichen wollen die Europameisterschaften zwanzig Jahre nach der letzten Zürcher Austragung zurückholen. Mit Swiss Athletics und Weltklasse Zürich stehen zwei Organisationen hinter den Plänen, die seit Jahren eng mit der internationalen Leichtathletik verbunden sind.
Verbandspräsident Christoph Seiler erinnert an die Bedeutung der Titelkämpfe von 2014. Diese hätten wesentlich zum heutigen Aufschwung der Schweizer Leichtathletik beigetragen. Mit einer erneuten Austragung wolle man "neue Impulse für die Schweizer Leichtathletik" und möglichst für den gesamten Schweizer Sport setzen.
Weltklasse Zürich bringt beträchtliche Erfahrung mit internationalen Grossveranstaltungen ein. Das traditionsreiche Diamond-League-Meeting zieht regelmässig die Weltelite und Zehntausende Zuschauer in den Letzigrund.
Warum der erste Anlauf für 2030 scheiterte
Ursprünglich hatte die Schweiz eine Durchführung der Leichtathletik-EM 2030 angestrebt. Die Wettbewerbe sollten Bestandteil der European Championships mit mehreren europäischen Meisterschaften werden.
Am 20. Mai 2026 entschied der Bundesrat jedoch, dem geplanten Multisport-Grossanlass keine finanzielle Unterstützung zuzusichern. Im Juni wurde die Kandidatur für 2030 deshalb aufgegeben.
Am Donnerstag, 22. Oktober, vergab European Athletics die Europameisterschaften 2030 an Helsinki. Die finnische Hauptstadt setzte sich gegen Brüssel durch.
Die Schweizer Verantwortlichen nutzen den längeren Zeithorizont nun für einen neuen Anlauf. Die früheren organisatorischen Vorarbeiten können dabei als Grundlage dienen.
Multisport-Anlass bleibt die bevorzugte Variante
Swiss Athletics würde die Europameisterschaften am liebsten mit Titelkämpfen weiterer Sportarten verbinden. Dahinter steht die Idee, internationale Spitzenveranstaltungen gemeinsam zu organisieren und ihre Wirkung auf den gesamten Schweizer Sport auszuweiten.
Die bereits bestehenden Wettkampfstätten und die Verteilung der Wettbewerbe auf unterschiedliche Regionen könnten dabei Vorteile bieten.
Allerdings muss insbesondere die Finanzierung neu geregelt werden. Für das ursprünglich geplante Multisport-Projekt 2030 war ein Gesamtbudget von rund 190 Millionen Franken vorgesehen. Eine mögliche Austragung 2034 würde eine neue Konzeption und Finanzplanung benötigen.
Bis zur frühestens 2030 erwarteten Vergabe bleibt somit Zeit, ein tragfähiges Modell auszuarbeiten.
Schweizer Leichtathletik mit starken Argumenten
Sportlich hat sich die Schweiz seit der Heim-EM 2014 deutlich weiterentwickelt. Bei den Europameisterschaften 2026 in Birmingham gewann das Schweizer Team sieben Medaillen, darunter drei Goldmedaillen.
Audrey Werro triumphierte über 800 Meter, Angelica Moser im Stabhochsprung und Jason Joseph über 110 Meter Hürden. Auch Simon Ehammer, Dominic Lobalu und weitere Schweizer Athleten etablierten sich international.
Eine erneute Heim-EM könnte diese Entwicklung unterstützen. Neben internationaler Aufmerksamkeit versprechen sich die Organisatoren Impulse für den Nachwuchs, die Vereine und die langfristige Förderung.
Zunächst müssen aus den gemeinsamen Ambitionen konkrete Bewerbungsunterlagen, finanzielle Zusagen und ein überzeugendes Veranstaltungskonzept entstehen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert