Langnau schlägt den Meister – SCL Tigers drehen 1:2-Rückstand
von belmedia Redaktion Allgemein Bern Eishockey Freiburg Magazine nachrichtenticker.ch National League News Regionen Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Themen Vereine Ⳇ Verbreitung
Die SCL Tigers sorgen in der National League für die nächste Überraschung. Nur 24 Stunden nach dem spektakulären 9:3-Auswärtssieg gegen Lausanne schlagen die Emmentaler auch den amtierenden Schweizer Meister Fribourg-Gottéron. Beim 4:2-Heimerfolg am Mittwochabend drehen die Langnauer einen 1:2-Rückstand im Schlussdrittel. Tim Mathys, André Petersson und Jérôme Bachofner sorgen für die Entscheidung.
Vor 5374 Zuschauern in der emmental versicherung arena bringt Henrik Borgström die Gäste zweimal in Führung. Dario Allenspach gleicht zwischenzeitlich für Langnau aus. Nach zwei Dritteln führt Gottéron mit 2:1, ehe die Mannschaft von Trainer Thierry Paterlini in den letzten elf Minuten die Partie vollständig dreht.
Mit dem zweiten Sieg innerhalb von 24 Stunden klettern die Tigers auf den dritten Tabellenplatz und überholen den Meister. Langnau steht nach 18 Partien bei 29 Punkten, Fribourg folgt mit 27 Zählern. Besonders beeindruckend ist die unterschiedliche Art der beiden Erfolge: Auf das offensive Feuerwerk in Lausanne folgt gegen Gottéron eine kämpferische Aufholjagd.
Borgström bringt den Meister in Führung
Fribourg-Gottéron beginnt die Begegnung konzentriert und kontrolliert über weite Strecken das erste Drittel.
In der 18. Minute bringt Henrik Borgström die Gäste mit 1:0 in Führung. David Rathgeb und Marcus Sörensen bereiten den Treffer vor.
Die Tigers finden zunächst nur schwer ins Spiel. Fribourg lässt wenig zu und geht mit dem knappen Vorsprung in die erste Pause.
Nach dem Seitenwechsel benötigen die Emmentaler allerdings nur etwas mehr als drei Minuten für die Antwort.
Allenspach gleicht aus – Borgström trifft erneut
Dario Allenspach erzielt in der 24. Minute nach Vorarbeit von Hannes Björninen den Ausgleich zum 1:1.
Die Freude hält jedoch nur kurz.
Bereits in der 25. Minute trifft Borgström erneut und stellt auf 2:1 für die Freiburger. Damit hat der finnische Center beide Treffer seiner Mannschaft erzielt.
Gottéron bleibt im Mitteldrittel gefährlich. Die Gäste treffen zweimal den Pfosten und verpassen damit die Gelegenheit, ihren Vorsprung auszubauen.
Langnau darf weiterhin auf die Wende hoffen.
Tim Mathys leitet die Aufholjagd ein
Das Schlussdrittel beginnt zunächst verhalten.
Beide Mannschaften verteidigen kompakt. Fribourg versucht, den Vorsprung zu kontrollieren, während Langnau lange keine entscheidende Lücke findet.
In der 49. Minute ändert sich das.
Verteidiger Tim Mathys zieht ab und trifft mit einem sehenswerten Schuss ins hohe Eck zum 2:2.
Es ist sein erstes Saisontor. Saku Mäenalanen und Emil Pettersson werden die Assists gutgeschrieben.
Der Treffer verändert die Dynamik der Begegnung.
Die Tigers gewinnen zunehmend die Kontrolle und drängen auf die erstmalige Führung.
André Petersson trifft zum Sieg
In der 55. Minute belohnt sich Langnau für die Leistungssteigerung.
Nach einem schnellen Angriff trifft André Petersson zum 3:2. Jérôme Bachofner und Flavio Schmutz bereiten das Tor vor.
Für den schwedischen Stürmer ist es bereits der fünfte Saisontreffer.
Fribourg-Trainer Lars Leuenberger nimmt daraufhin sein Timeout und versucht, seine Mannschaft für die Schlussphase neu einzustellen.
Die Gäste erhöhen den Druck und ersetzen Torhüter Loïc Galley durch einen sechsten Feldspieler.
Doch die Tigers halten stand.
Sieben Sekunden vor der Schlusssirene trifft Bachofner ins verwaiste Tor und stellt das Endresultat von 4:2 sicher.
13 Tore gegen zwei Spitzenteams
Der Erfolg gegen den Meister ist die Fortsetzung einer bemerkenswerten Langnauer Serie.
Am Dienstag hatten die Tigers Lausanne auswärts mit 9:3 besiegt. Bereits nach weniger als 17 Minuten führte die Mannschaft von Paterlini mit 6:0.
Besonders die sechs Langnauer Treffer im Startdrittel gegen Lausanne sorgten schweizweit für Aufsehen.
Gegen Fribourg beweisen die Emmentaler nun andere Qualitäten.
Sie lassen sich von zwei Rückständen nicht entmutigen und nutzen ihre Chancen im Schlussabschnitt konsequent.
Torhüter Luca Boltshauser pariert gegen Gottéron 16 Schüsse. Insgesamt verzeichnen die Tigers 23 Abschlüsse auf das gegnerische Tor, Fribourg kommt auf 18.
Gottéron fehlt weiterhin die Konstanz
Für den amtierenden Meister ist die Niederlage ein Rückschlag.
Noch am Dienstag hatte Fribourg den HC Davos mit 3:1 bezwungen und damit eine positive Reaktion auf die jüngsten Schwierigkeiten gezeigt.
Doch bereits einen Tag später folgt die nächste Enttäuschung.
Seit Anfang Oktober konnten die Freiburger keine zwei Meisterschaftsspiele hintereinander gewinnen.
Auch die guten Phasen in Langnau genügen nicht, um den Vorsprung zu verteidigen.
Während Gottéron auf 27 Punkten stehen bleibt, ziehen die Tigers mit ihrem neunten Saisonsieg vorbei.
Am Freitag wartet der EV Zug
Für Langnau geht es am Freitag, 30. Oktober, um 19.45 Uhr beim EV Zug weiter.
Die Innerschweizer haben bislang deutlich weniger Meisterschaftsspiele absolviert und gehören gemessen am Punkteschnitt zu den stärksten Mannschaften der Liga.
Fribourg-Gottéron empfängt gleichzeitig Genève-Servette.
Der Meister steht damit unmittelbar vor der nächsten anspruchsvollen Aufgabe.
Für die Tigers bietet sich in Zug dagegen die Gelegenheit, den erfolgreichen Lauf vor der Nationalmannschaftspause fortzusetzen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert