Mit 21 Jahren: Tommaso De Luca ist der jüngste Captain der National League

Mit gerade einmal 21 Jahren trägt Tommaso De Luca beim HC Ambrì-Piotta eine Verantwortung, die normalerweise deutlich erfahreneren Spielern übertragen wird. Der Stürmer führt die Leventiner in der Saison 2026/27 als Captain aufs Eis – und ist damit nicht nur der jüngste Captain der Clubgeschichte, sondern auch mit deutlichem Abstand der jüngste Mannschaftsführer der gesamten National League.

Die Dimension dieser Wahl zeigt ein Blick auf die Konkurrenz. Während De Luca erst am 29. Dezember seinen 22. Geburtstag feiert, ist der nächstjüngere Captain der Liga bereits 28 Jahre alt: Ken Jäger übernimmt beim HC Davos das «C».

Für Ambrì ist die Ernennung deshalb weit mehr als eine personelle Entscheidung. Sie steht sinnbildlich für den neuen Weg des Clubs, der jungen Spielern künftig früher Verantwortung übertragen und stärker auf die eigene Entwicklung setzen will.

De Luca löst Daniele Grassi ab

De Luca übernimmt das Captainamt von Daniele Grassi, der die Mannschaft während sechs Jahren angeführt hatte. Der erfahrene Stürmer bleibt dem Team erhalten und soll weiterhin eine wichtige Führungsrolle übernehmen.

Unterstützt wird der neue Captain von Nathan Borradori und Nate Schnarr als Assistenzcaptains. Auch diese Besetzung unterstreicht die neue Philosophie: Borradori ist sogar erst 20 Jahre alt und stammt ebenfalls aus der Nachwuchsorganisation von Ambrì.

Der Club begründete die Wahl von De Luca insbesondere mit dessen Einsatz, Intensität, Professionalität und Einstellung. Eigenschaften, die offenbar stärker gewichtet wurden als das Alter oder die Anzahl absolvierter Profijahre.

De Luca selbst bezeichnete die Ernennung als grosse Ehre und machte deutlich, dass er sich der Verantwortung trotz seines jungen Alters gewachsen fühlt. Gleichzeitig kann er auf erfahrene Spieler innerhalb der Mannschaft zählen.

Vom Nachwuchsspieler zum Captain

De Lucas Entwicklung verlief bemerkenswert schnell. Der am 29. Dezember 2004 geborene Stürmer schaffte über den Nachwuchs den Sprung in die erste Mannschaft von Ambrì und etablierte sich anschliessend in der National League.

In der Qualifikation 2025/26 absolvierte er alle 52 Spiele. Dabei gelangen ihm fünf Tore und 13 Assists. Besonders stark präsentierte er sich anschliessend in den Playouts: In vier Partien erzielte De Luca vier Treffer.

Dieser starke Saisonabschluss dürfte seine Stellung innerhalb der Mannschaft zusätzlich gefestigt haben. Insgesamt bringt der 21-Jährige inzwischen trotz seines Alters bereits mehrere Jahre Erfahrung auf höchstem Schweizer Niveau mit.

International läuft De Luca für Italien auf. Damit vereint er mehrere Eigenschaften, die für Ambrì von Bedeutung sind: Er kennt den Club und dessen Umfeld, stammt aus der eigenen Entwicklung und kann gleichzeitig auch den italienischsprachigen Charakter der Leventiner repräsentieren.

Ambrì setzt bewusst auf die Jugend

Die Captainwahl passt zur grundlegenden Neuausrichtung des HC Ambrì-Piotta. Sportchef Lars Weibel und Trainer Jussi Tapola wollen eine jüngere Mannschaft aufbauen und eine neue Leistungskultur etablieren.

Mehr über den Umbau gibt es im Beitrag über die neue Ära beim HC Ambrì-Piotta und das erklärte Ziel für die Saison 2026/27.

Dabei soll Verantwortung nicht automatisch nach Alter oder Dienstjahren verteilt werden. Wer Leistung, Einstellung und Persönlichkeit mitbringt, soll eine wichtige Rolle erhalten.

De Luca wird damit zum sichtbarsten Beispiel dieser Strategie.

Eine aussergewöhnliche Verantwortung mit 21 Jahren

Ein Captain muss längst nicht nur während eines Spiels mit den Schiedsrichtern kommunizieren. Er steht auch in schwierigen Phasen stellvertretend für die Mannschaft, trägt Verantwortung innerhalb der Kabine und wird nach Niederlagen besonders häufig zum Ansprechpartner.

Für einen 21-Jährigen ist das eine aussergewöhnliche Aufgabe.

Am 15. September beginnt die neue National-League-Saison für Ambrì auswärts gegen den HC Ajoie. Spätestens dann wird De Luca erstmals in einem Meisterschaftsspiel als regulärer Captain aufs Eis gehen.

Ob die mutige Entscheidung sportlich aufgeht, muss sich erst zeigen. Schon jetzt ist sie jedoch ein starkes Signal: Ambrì spricht nicht nur davon, jungen Spielern zu vertrauen – der Club gibt einem 21-Jährigen tatsächlich die wichtigste Führungsrolle auf dem Eis.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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