Boqvist verletzt – Servettes Krise verschärft sich

Genève-Servette muss erneut einen schweren personellen Rückschlag verkraften. Der schwedische Verteidiger Adam Boqvist fällt mit einer Unterkörperverletzung drei bis vier Wochen aus. Der erst kürzlich verpflichtete NHL-Rückkehrer hatte in seinen ersten drei Meisterschaftsspielen bereits zwei Tore und einen Assist erzielt. Für Trainer Sam Hallam verschärft sich damit die angespannte Personalsituation erheblich.

Boqvist verspürte bereits bei seinem zweiten Einsatz gegen Lugano Beschwerden. Vor dem Auswärtsspiel beim HC Ajoie am Freitag, 23. Oktober, versuchte der 26-Jährige noch am Aufwärmen teilzunehmen, musste jedoch auf einen Einsatz verzichten. Die medizinischen Untersuchungen ergaben anschliessend eine Verletzung, die ihn voraussichtlich bis mindestens Mitte November ausser Gefecht setzt.

Die Auswirkungen auf Genève-Servette sind beträchtlich. Nach dem 0:5 bei Ajoie verloren die Genfer am Sonntag auch gegen die ZSC Lions mit 1:5. Es war die vierte Meisterschaftsniederlage hintereinander. Gleichzeitig musste mit Jan Rutta ein weiterer ausländischer Verteidiger passen. In der National League ist Servette inzwischen auf Rang sechs zurückgefallen.

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Das Wichtigste auf einen Blick
Verletzung: Adam Boqvist fällt mit einer Unterkörperverletzung aus.
Ausfallzeit: Voraussichtlich drei bis vier Wochen.
Saisonbilanz: Drei Spiele, zwei Tore und ein Assist.
Weitere Ausfälle: Unter anderem Saarijärvi, Manninen, Untersander und Rutta fehlen.
Tabellenlage: Genève-Servette ist mit 24 Punkten Sechster.
Was das bedeutet
Hallam verliert einen offensivstarken Verteidiger, der unmittelbar nach seiner Verpflichtung wichtige Akzente gesetzt hatte. Besonders im Spielaufbau und Powerplay fehlen damit weitere Optionen. Schon am Dienstag gegen Rapperswil-Jona muss Servette eine Lösung finden.

Traumstart von Boqvist endet nach drei Spielen

Der Zeitpunkt der Verletzung ist für Genève-Servette besonders bitter. Erst am 11. Oktober hatte der Klub den früheren NHL-Verteidiger verpflichtet und mit einem Vertrag bis zum Ende der Saison 2027/28 ausgestattet.

Boqvist sollte nicht nur kurzfristig die verletzungsgeplagte Defensive stabilisieren, sondern auch längerfristig eine tragende Rolle übernehmen.

Sein Einstand verlief nahezu perfekt. Beim 4:2-Heimsieg gegen die SCL Tigers am 16. Oktober erzielte der Schwede den entscheidenden Führungstreffer zum 3:2. Die Genfer hatten zuvor einen 0:2-Rückstand aufgeholt.

Auch beim 2:5 gegen Lugano am 20. Oktober war Boqvist offensiv auffällig. Zunächst bereitete er das Tor von Tim Bozon vor, ehe er kurz vor Spielende selbst traf.

Nach drei National-League-Partien standen damit bereits drei Skorerpunkte auf seinem Konto. Für einen neu verpflichteten Verteidiger war dies ein bemerkenswerter Einstieg.

Der frühere NHL-Verteidiger sollte die Lücken schliessen

Die Verpflichtung von Adam Boqvist war eine Reaktion auf die zahlreichen Verletzungen innerhalb der Genfer Mannschaft.

Der 26-Jährige bringt die Erfahrung aus 280 NHL-Spielen mit. Für Chicago, Columbus, Florida und die New York Islanders sammelte er insgesamt 103 Skorerpunkte.

Seine besonderen Stärken liegen in der offensiven Spieleröffnung, der Scheibenkontrolle und im Überzahlspiel. Genau diese Fähigkeiten wollte Sportchef Marc Gautschi für die Genfer nutzbar machen.

Nun fehlt Boqvist ausgerechnet in jener Phase, in der die Mannschaft wegen der vielen Ausfälle besonders stark auf zusätzliche Qualität angewiesen wäre.

Hallam muss die Verteidigung erneut umbauen

Die Probleme beschränken sich längst nicht mehr auf einzelne Positionen. Neben Boqvist fehlt auch der finnische Verteidiger Vili Saarijärvi seit seiner Verletzung in der Champions Hockey League.

Ramon Untersander arbeitet ebenfalls an seinem Comeback. In der Offensive fehlen unter anderem Sakari Manninen und Vincent Praplan.

Immerhin kehrten mit Giancarlo Chanton und Nicolas Müller zuletzt zwei Spieler zurück. Beim Heimspiel gegen Zürich folgte jedoch der nächste Rückschlag: Jan Rutta musste kurzfristig auf seinen Einsatz verzichten.

Dadurch standen Hallam gegen die Lions mit Jesse Puljujärvi und Jimmy Vesey lediglich zwei ausländische Feldspieler zur Verfügung.

Die Mannschaft muss deshalb ihre verbleibenden Kräfte besonders sorgfältig einteilen. Vor allem die defensiven Formationen können derzeit kaum über mehrere Partien hinweg unverändert zusammenspielen.

Vier Niederlagen hintereinander erhöhen den Druck

Sportlich hat sich die Situation inzwischen deutlich verschlechtert. Nach einer erfolgreichen Phase mit Siegen gegen Zug, Davos und Langnau folgten Niederlagen gegen Ambri-Piotta, Lugano, Ajoie und die ZSC Lions.

Besonders schmerzhaft war das jüngste 1:5 gegen Zürich. Bereits nach knapp 16 Minuten führten die Gäste mit 4:0. Drei Powerplaytore unterstrichen die Schwierigkeiten der Genfer in Unterzahl.

Marco Miranda gelang noch im ersten Drittel das einzige Tor der Gastgeber. Im Schlussabschnitt setzte Nicolas Baechler mit einem Treffer ins leere Tor den Schlusspunkt.

Die Verletztenliste erklärt einen Teil der Schwierigkeiten, beseitigt aber nicht die sportlichen Probleme. Genf kassierte in den vergangenen vier Meisterschaftsspielen insgesamt 21 Gegentore.

Mit 24 Punkten aus 16 Begegnungen liegt Servette noch in der oberen Tabellenhälfte. Der Vorsprung auf die Mannschaften dahinter ist allerdings kleiner geworden.

Schwierige Aufgaben vor der Nationalmannschaftspause

Am Dienstag, 27. Oktober, reisen die Genfer zu den SC Rapperswil-Jona Lakers. Drei Tage später folgt das Auswärtsspiel bei Fribourg-Gottéron.

Am Samstag, 31. Oktober, empfängt Servette den EHC Biel-Bienne. Anschliessend folgt eine längere Meisterschaftspause bis zum Heimspiel gegen den SC Bern am 14. November.

Für Boqvist dürfte zumindest ein Grossteil dieses Programms zu früh kommen. Ob er bereits Mitte November wieder eingesetzt werden kann, hängt vom Heilungsverlauf ab.

Hallam benötigt bis dahin vor allem mehr defensive Stabilität. Nach vier Niederlagen in Folge darf seine Mannschaft den Anschluss an die Spitzengruppe nicht weiter verlieren.

AKTUELLER STAND
National League 2026/27 – Tabelle
25. Oktober 2026 · Nach den Sonntagsspielen
Rang / Team Sp. Diff. Pkt.
1. ZSC Lions 15 +29 39
2. HC Ambri-Piotta 15 +3 27
3. SC Bern 14 +6 25
4. Lausanne HC 17 −1 24
5. Fribourg-Gottéron 15 +14 24
6. Genève-Servette 16 −9 24
7. SCL Tigers 16 +3 23
8. HC Ajoie 16 −2 22
9. HC Davos 16 −8 21
10. HC Lugano 15 −4 19
11. EHC Biel-Bienne 15 −3 19
12. EV Zug 10 +9 19
13. SCRJ Lakers 16 −15 17
14. EHC Kloten 16 −22 15

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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