Rooney will City-Medaille nicht: "Wir haben es nicht verdient"

Wayne Rooney würde eine nachträglich zugesprochene Premier-League-Medaille für die Saison 2011/12 ablehnen. Manchester United verlor den Titel damals nur aufgrund der Tordifferenz an Manchester City. Nach dem Schuldspruch gegen City sagt Rooney nun klar, dass United den Titel sportlich nicht verdient habe.

Der frühere United-Stürmer äusserte sich im Podcast "Stick to United" zum Urteil gegen Manchester City und zu möglichen Sanktionen. Sollte City seine damaligen Titel tatsächlich aberkannt bekommen, könnte Manchester United theoretisch zum Meister von 2011/12 erklärt werden. Rooney hält davon jedoch wenig.

"Ich würde mich damit nicht wohlfühlen", sagte der frühere englische Nationalspieler sinngemäss. Für Rooney ist entscheidend, dass United den Titel damals auf dem Platz aus der Hand gab. Die Mannschaft von Sir Alex Ferguson hatte zwischenzeitlich einen deutlichen Vorsprung, liess City aber wieder herankommen und verlor die Meisterschaft schliesslich am dramatischen letzten Spieltag.

Rooney widerspricht Keanes harter Linie

Damit setzt Rooney einen anderen Akzent als sein früherer United-Kollege Roy Keane. Keane hatte nach dem Urteil erklärt, City-Spieler sollten ihre Medaillen "in den Müll werfen", weil die Titel in einer Zeit gewonnen worden seien, in der nach den Feststellungen der unabhängigen Kommission massive finanzielle Regelverstösse stattgefunden hätten.

Rooney sieht die Verantwortung stärker bei Klubführung und Eigentümern. Die Spieler hätten ihre Partien absolviert und seien nach seiner Auffassung nicht persönlich für finanzielle Konstruktionen verantwortlich zu machen.

Gleichzeitig fordert auch Rooney eine harte Sanktion, falls der Schuldspruch Bestand hat. Statt einer rückwirkenden Neuverteilung von Titeln brachte er drastische sportliche und finanzielle Konsequenzen ins Spiel.

2012 verlor United den Titel in letzter Sekunde

Die Saison 2011/12 ist bis heute eine der dramatischsten in der Geschichte der Premier League. Manchester United und Manchester City beendeten die Meisterschaft mit jeweils 89 Punkten.

City sicherte sich den Titel allein aufgrund der besseren Tordifferenz. Am letzten Spieltag lag die Mannschaft von Roberto Mancini gegen Queens Park Rangers bis tief in die Nachspielzeit zurück.

Erst Edin Dzeko und anschliessend Sergio Agüero drehten die Partie noch zum 3:2. Agüeros Treffer in der 94. Minute machte City zum Meister und Manchester United innerhalb weniger Sekunden vom vermeintlichen Champion zum Zweiten.

Rooney gehörte damals zu den Schlüsselspielern von United. Trotzdem sagt er heute, dass seine Mannschaft den Titel nicht nachträglich zugesprochen bekommen sollte.

City schuldig gesprochen – Sanktion noch offen

Die unabhängige Kommission der Premier League stellte fest, dass Manchester City zwischen 2009/10 und 2017/18 schwerwiegend gegen Finanzregeln verstossen hat.

Nach Angaben der Premier League wurden unter anderem "sham contracts" genutzt, um Einnahmen künstlich zu erhöhen und Kosten zu reduzieren. Der finanzielle Effekt lag laut Kommission bei mehr als 900 Millionen Pfund.

Manchester City bestreitet die Vorwürfe weiterhin und kann gegen den Entscheid Berufung einlegen. Die eigentliche Sanktion wird erst in einem separaten Verfahren festgelegt.

Damit ist derzeit auch offen, ob Titelaberkennungen überhaupt Teil einer möglichen Strafe sein werden.

United-Legenden sind sich uneinig

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich ehemalige Manchester-United-Spieler auf die Diskussion reagieren.

Rooney lehnt eine nachträgliche Medaille ausdrücklich ab. Rio Ferdinand und David de Gea hatten dagegen öffentlich angedeutet, dass United den Titel von 2012 zugesprochen bekommen sollte, falls City die Meisterschaft aberkannt wird.

Das Verfahren gegen Manchester City hatte bereits vor der Urteilsverkündung enorme sportliche und juristische Brisanz. Seit dem Schuldspruch ist aus der theoretischen Diskussion nun eine konkrete Debatte über mögliche Folgen geworden.

🏆 ROONEYS POSITION IM ÜBERBLICK

  • Rooney würde eine nachträgliche Meistermedaille für 2011/12 ablehnen.
  • Er sagt, Manchester United habe den Titel damals sportlich nicht verdient.
  • Er will City-Spieler nicht persönlich für Finanzverstösse der Klubführung verantwortlich machen.
  • Rooney spricht sich dennoch für harte sportliche und finanzielle Sanktionen gegen City aus.
📊PREMIER LEAGUE 2011/12 – SCHLUSSTABELLE SPITZE
# Team Sp. S U N Tore Diff. Pkt.
1. Manchester City 38 28 5 5 93:29 +64 89
2. Manchester United 38 28 5 5 89:33 +56 89
3. Arsenal 38 21 7 10 74:49 +25 70

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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