Was macht eigentlich Slawa Bykov? Gottéron-Legende bleibt Freiburg eng verbunden

Slawa Bykov gehört bis heute zu den grössten Namen in der Geschichte von Fribourg-Gottéron. Mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Ankunft in Freiburg ist der frühere Weltklasse-Center der Region weiterhin eng verbunden. Bykov lebt seit vielen Jahren in der Schweiz, wirkt als Botschafter des Klubs und seiner Stiftung und war auch 2026 wieder bei mehreren Gottéron-Anlässen präsent.

Besonders emotional war der Frühling 2026. Als Gottéron erstmals Schweizer Meister wurde, schloss sich für viele Freiburger Fans ein jahrzehntelanger Kreis. Bykov selbst war mit Andreï Khomutov in den 1990er-Jahren dreimal bis in den Final vorgestossen, der Titel blieb dieser Generation aber verwehrt. Beim Meisterjubel trug Julien Sprunger später ein altes Bykov-Trikot und holte damit die vielleicht grösste Klublegende symbolisch nochmals mitten in die Feierlichkeiten zurück.

Auch sportlich bleibt Bykov in der Geschichte kaum zu übertreffen. In 263 Qualifikationsspielen für Gottéron erzielte er 200 Tore und bereitete 330 weitere vor. 530 Punkte in nur acht NLA-Saisons entsprechen einem Schnitt von mehr als zwei Punkten pro Spiel. Über alle Wettbewerbe hinweg stehen für ihn 651 Punkte in 332 Partien im Freiburger Trikot.

Bykov und Khomutov veränderten das Schweizer Eishockey

Als Fribourg-Gottéron 1990 Slawa Bykov und Andreï Khomutov verpflichtete, war das im Schweizer Eishockey eine Sensation.

Beide gehörten damals zur absoluten Weltklasse. Bykov hatte mit der sowjetischen Nationalmannschaft bereits Olympiagold und mehrere Weltmeistertitel gewonnen. Trotzdem entschied er sich gemeinsam mit Khomutov für Freiburg.

Sportlich veränderte das den Klub sofort. Gottéron erreichte 1992, 1993 und 1994 drei Finals in Serie. Zum Meistertitel reichte es damals nie, doch die Ära Bykov/Khomutov prägte eine ganze Generation.

Heute erinnert der Klub weiterhin aktiv an diese Zeit. Auch bei der Präsentation der Trikots für die Saison 2026/27 hob Gottéron Bykov und Khomutov ausdrücklich als jene Weltstars hervor, die den Klub Anfang der 1990er-Jahre auf eine neue Stufe hoben.

530 Punkte in 263 Qualifikationsspielen

Bykovs Zahlen zeigen, wie dominant er damals war.

In 263 NLA-Qualifikationsspielen für Fribourg-Gottéron erzielte der Center 200 Tore und 330 Assists. Damit kam er auf 530 Punkte.

In der ewigen Gottéron-Skorerliste der Qualifikation liegt nur Julien Sprunger mit 719 Punkten vor ihm. Bykov benötigte für seine 530 Punkte allerdings nur einen Bruchteil der Spiele.

Über alle Wettbewerbe hinweg stehen für ihn im Gottéron-Trikot 332 Partien, 242 Tore und 409 Assists. Das ergibt 651 Skorerpunkte.

Die Nummer 90 ist bei Fribourg-Gottéron längst zurückgezogen.

Bis heute Botschafter von Gottéron

Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Bykov dem Klub verbunden.

Nach verschiedenen Funktionen im sportlichen Bereich gehörte er später dem Verwaltungsrat von Fribourg-Gottéron an. 2021 schied er aus diesem Gremium aus, blieb dem Klub aber ausdrücklich als Botschafter erhalten.

Der Klub bestätigte damals, dass Bykov weiterhin sowohl für Gottéron als auch für die nach ihm benannte Stiftung tätig sein werde.

Sein Name ist damit bis heute eng mit der Nachwuchsförderung und der Aussendarstellung des Klubs verbunden.

2026 wieder auf dem Eis in Freiburg

Im März dieses Jahres kehrte Bykov nochmals selbst aufs Eis der BCF Arena zurück.

Beim Old Stars Game spielte er gemeinsam mit ehemaligen Gottéron-Grössen wie Mark Streit, Sandy Jeannin, Benjamin Plüss und seinem Sohn Andrei Bykov. Die Einnahmen des Anlasses kamen den Eishockeyschulen des Kantons Freiburg zugute.

Der Auftritt zeigte, welchen Stellenwert Bykov in Freiburg weiterhin besitzt. Jahrzehnte nach seiner aktiven Zeit gehört er noch immer zu jenen Namen, die mehrere Generationen von Gottéron-Fans verbinden.

Der Meistertitel 2026 schloss einen Kreis

Als Fribourg-Gottéron am 30. April 2026 erstmals Schweizer Meister wurde, endete eine jahrzehntelange Wartezeit.

Gerade die Bykov-Generation hatte den Titel dreimal nur knapp verpasst. Umso symbolischer war es, dass Captain Julien Sprunger bei der grossen Meisterfeier in Freiburg in einem alten Bykov-Trikot den Pokal präsentierte.

Der Triumph veränderte auch die historische Einordnung des Klubs. Die drei verlorenen Finals der 1990er-Jahre bleiben ein wichtiger Teil der Geschichte, werden nun aber von einem späteren Meistertitel ergänzt.

Über Gottérons neue Ära als amtierender Schweizer Meister haben wir vor Saisonbeginn ausführlich berichtet.

Trainerkarriere nur auf Pause

Auch als Trainer feierte Bykov grosse Erfolge. Mit Russland wurde er 2008 und 2009 Weltmeister, später gewann er mit Salawat Julajew Ufa und SKA St. Petersburg den Gagarin Cup.

Aktuell steht er nicht mehr hinter der Bande eines Profiteams. In einem Interview Anfang 2026 erklärte Bykov allerdings, seine Trainerkarriere nicht definitiv beendet zu haben.

Der Fokus liege derzeit stärker auf seiner Familie und den Enkelkindern. Gleichzeitig beschäftige er sich mit Möglichkeiten, wieder im Nachwuchsbereich eines Klubs mitzuwirken.

Ein Comeback im Profibereich schloss er damit nicht grundsätzlich aus.

🏒 BYKOVS GOTTÉRON-BILANZ

  • 263 NLA-Qualifikationsspiele: 200 Tore, 330 Assists und 530 Punkte.
  • Über alle Wettbewerbe: 651 Punkte in 332 Partien für Fribourg-Gottéron.
  • Drei Finalteilnahmen mit Gottéron in den Jahren 1992, 1993 und 1994.
  • Seine Nummer 90 ist beim Klub zurückgezogen; heute wirkt Bykov weiterhin als Botschafter von Gottéron und seiner Stiftung.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert

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