Schweizer Curler enttäuschen erneut – EM endet mit Niederlage
von belmedia Redaktion Allgemein Curling Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch Themen Ⳇ Verbreitung
Die Schweizer Curling-Männer verabschieden sich mit einer weiteren Niederlage von der Europameisterschaft in Ostrava. Das Team um Skip Marco Hösli unterliegt Norwegen am Samstag, 31. Oktober 2026, mit 7:10 und beendet das Turnier mit zwei Siegen und drei Niederlagen. Besonders enttäuschend: Nach einem Dreierhaus im vierten End lassen sich die Schweizer im sechsten Durchgang zwei entscheidende Steine stehlen.
Für Marco Hösli, Philipp Hösli, Simon Gloor und Justin Hausherr ist es ein ernüchternder Abschluss. Bereits vor der letzten Gruppenpartie stand fest, dass die Schweiz die Halbfinals verpassen würde. Gegen Norwegen gelingt es der Mannschaft nicht, die EM wenigstens mit einem weiteren Erfolg zu beenden.
Während die Schweizer Männer ihre Medaillenhoffnungen begraben müssen, präsentieren sich die Frauen um Alina Pätz deutlich erfolgreicher. Sie erreichen am selben Tag mit einem 4:3 gegen Schottland den EM-Final. Der Gegensatz zwischen beiden Schweizer Mannschaften könnte kaum grösser sein.
Zwei gestohlene Punkte entscheiden die Partie
Die Schweizer beginnen gegen Norwegen engagiert und halten die Begegnung zunächst offen. Im vierten End gelingt dem Team um Marco Hösli ein Dreierhaus, das die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Turnierabschluss stärkt.
Doch die Norweger reagieren entschlossen. Nach einem eigenen Dreierhaus im fünften Durchgang setzen sie die Schweiz im sechsten End zusätzlich unter Druck.
Die Mannschaft um Skip Magnus Ramsfjell stiehlt zwei Steine und erhöht auf 8:5. Für die Schweizer ist dieser Rückstand eine zu grosse Hypothek.
Obwohl Hösli und seine Mitspieler weiterkämpfen, gelingt keine entscheidende Wende mehr. Norwegen gewinnt schliesslich mit 10:7 und verdrängt die Schweiz in der Abschlusstabelle auf Platz vier.
Guter Auftakt weckte Hoffnungen
Dabei hatte die Europameisterschaft für die Schweizer ausgesprochen vielversprechend begonnen.
Beim überzeugenden 11:1-Auftaktsieg gegen Spanien zeigte das Quartett zunächst sein Potenzial. Bereits im ersten End gelangen vier Steine. Nach sechs Durchgängen war die Begegnung entschieden.
Der deutliche Erfolg liess auf ein erfolgreiches Turnier hoffen und unterstrich die Qualität der Schweizer Mannschaft.
Bereits im zweiten Gruppenspiel folgte jedoch die erste Enttäuschung. Gegen Gastgeber Tschechien verlor die Schweiz mit 7:9.
Noch knapper verlief die Begegnung gegen Schweden. Gegen den Titelverteidiger hielt das Team von Marco Hösli bis zum letzten Stein mit, musste sich aber mit 4:5 geschlagen geben.
Die Schweden nutzten im entscheidenden End den Vorteil des letzten Steins und gewannen eine Partie, in der die Schweizer durchaus Chancen auf einen Erfolg gehabt hatten.
Selbst der Sieg gegen Polen reicht nicht
Am Freitag gelang der Schweiz mit einem 6:2 gegen Polen zwar die Rückkehr auf die Siegerstrasse.
Die Halbfinal-Qualifikation war zu diesem Zeitpunkt dennoch nicht mehr möglich. Schweden und Tschechien hatten sich die beiden Plätze in der Gruppe B bereits gesichert.
Damit blieb gegen Norwegen nur noch die Gelegenheit, das Turnier mit einer ausgeglichenen Bilanz abzuschliessen.
Auch diese Chance wurde vergeben. Am Ende stehen zwei Siege und drei Niederlagen sowie Rang vier von sechs Mannschaften.
Besonders schwer wiegt, dass die Schweizer gegen Norwegen eine gute Ausgangslage nicht nutzen konnten. Der Verlust zweier Steine im sechsten End verdeutlicht die Schwierigkeiten, die sich während des Turniers wiederholt zeigten.
Team Hösli sammelt weitere internationale Erfahrung
Die Mannschaft des CC Glarus hatte sich im Februar 2026 den Schweizermeistertitel gesichert und anschliessend erstmals an einer Weltmeisterschaft teilgenommen.
Die EM-Teilnahme wurde auch durch den Entscheid des Teams um Yannick Schwaller möglich, in diesem Jahr auf die Europameisterschaft zu verzichten.
Marco Hösli führt die Mannschaft als Skip an und spielt die dritten Steine. Philipp Hösli übernimmt die Position des Fourth, Simon Gloor jene des Second und Justin Hausherr jene des Lead. Jonas Feierabend gehört als Ersatzspieler zum Kader.
Für die Glarner ist Ostrava damit ein weiterer Schritt in ihrer internationalen Entwicklung.
Die Leistungen gegen starke Gegner zeigen, dass die Mannschaft konkurrenzfähig sein kann. Für einen regelmässigen Vorstoss in die Medaillenspiele braucht es allerdings mehr Konstanz über sämtliche Ends und Begegnungen.
Schweizer Frauen zeigen, was möglich ist
Während die Männer ihre Europameisterschaft beenden, kämpft die Schweizer Frauenformation um Gold.
Alina Pätz, Selina Witschonke, Stefanie Berset und Renée Frigo gewinnen ihren Halbfinal gegen Schottland mit 4:3.
Die Schweizerinnen drehen dabei einen 1:3-Rückstand und sichern sich mit zwei gestohlenen Punkten in den letzten beiden Ends den Finaleinzug.
Der Erfolg unterstreicht die unterschiedliche Ausgangslage beider Teams. Während die Männer nach fünf Gruppenspielen ausscheiden, gewinnen die Frauen sämtliche sechs Begegnungen bis zum Endspiel.
Für die Mannschaft um Marco Hösli gilt es nun, die Niederlagen aufzuarbeiten und aus den Erfahrungen in Ostrava die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert